Kaspersky-Software Liest der russische Geheimdienst mit?

Die US-Regierung hat ihren Bundesbehörden die Benutzung von Software des russischen Software-Konzerns Kaspersky Lab verboten.
Die US-Regierung hat ihren Bundesbehörden die Benutzung von Software des russischen Software-Konzerns Kaspersky Lab verboten.

Die USA befürchten, dass Kaspersky mit den Behörden in Moskau zusammen arbeiten und verbieten den eigenen Behörden die Nutzung der Software.

Hat der russische Geheimdienst Einfluss auf die Sicherheitssoftware von Kaspersky? Wegen mutmaßlicher russischer Geheimdienst-Kontakte sollen US-Bundesbehörden keine Programme des Software-Konzerns Kaspersky Lab mehr verwenden.

Das US-Heimatschutzministerium warnte, Vertreter von Kaspersky hätten möglicherweise Verbindungen zu russischen Geheimdiensten. Es bestehe das Risiko, dass die russische Regierung über Zugang zu Kaspersky-Produkten Informationssysteme der US-Behörden kompromittieren könnte, hieß es in einer Mitteilung.

In Moskau löste dies Entrüstung aus. Die USA wollten die Wettbewerbsfähigkeit russischer Unternehmen untergraben, kritisierte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. Moskau werde nach seinen Möglichkeiten versuchen, russische Firmen zu schützen. Die Botschaft in Washington warf den US-Behörden Russenfeindlichkeit vor.

Die Kritik, Kaspersky könne Verbindungen zum russischen Geheimdienst haben, ist nicht neu. Sie begleitet das Unternehmen fast seine 20-jährige Geschichte lang. Genährt werden die Vermutungen durch die Biografie des Gründers und Chefs Eugène Kaspersky, der nach seiner Ausbildung als Kryptografie-Experte auch beim sowjetischen Geheimdienst KGB tätig war.

Die Sicherheitssoftware von Kaspersky gewähre umfassenden Zugang auf Dateien und Administrationsrechte von Computern, auf denen sie installiert sei, erklärte das US-Ministerium. Die Behörden hätten 60 Tage Zeit, um Pläne zu entwickeln, wie die Benutzung der Programme gestoppt werden könne, und 90 Tage, um diese umzusetzen. Zuvor hatte bereits die US-Handelskette Best Buy Kaspersky-Produkte aus dem Sortiment geworfen.