Lacon Embedded Kleine Panel-SPS mit großer E/A-Peripherie

Für viele verschiedene Anwendungen nutzbar ist die Panel-SPS LS80 von Lacon Embedded.
Für viele verschiedene Anwendungen nutzbar ist die Panel-SPS LS80 von Lacon Embedded.

Lacon Embedded war bislang als Entwickler kundenspezifischer Hard- und Software für Automatisierung und Medizintechnik bekannt. Jetzt bietet das Unternehmen erstmals ein komplettes Steuerungssystem als Serienprodukt mit CPU-Board, Bedieneinheit sowie zentraler oder abgesetzter E/A-Peripherie.

Die als LS80 bezeichnete Panel-SPS resultiert aus der vor gut einem Jahr von Lacon übernommenen Steuerungstechnik des insolventen Herstellers Berthel. Sie soll als Basis für die schnelle Realisierung kundenspezifischer Automatisierungslösungen dienen: »Bei ihr handelt es sich um ein ultrakompaktes und modular auf- und abrüstbares Steuerungssystem im mittleren Leistungssegment, das Bedieneinheit, Zugangskontrolle mit PIN oder RFID nach ISO 15693 sowie IPC-Controller oder SPS in einem Gerät vereint«, erläutert Lacon-Geschäftsführer Dr. Ralf Hasler. »Mit zentraler oder abgesetzter Peripherie bietet die LS80 enorme Erweiterungsmöglichkeiten. Ob Gebäudeautomatisierung, Vernetzung von Ausgabeschranksystemen oder Backautomaten, die Anwendungsmöglichkeiten sind fast unbegrenzt.«

Ein dimmbares 5,7-Zoll-Touchdisplay auf der Vorderseite der LS80 führt den Benutzer, während auf der Rückseite fünf Module mit jeweils bis zu 16 E/A Steuerungsaufgaben übernehmen. Das Display bietet 320 x 240 Bildpunkte Auflösung, 65536 Farben, LED-Hinterleuchtung und resistiven Touch. Eingebaut ist ein CPU-Board mit ARM7-Prozessor (72 MHz), 128 MByte internem Flash-Speicher, 64 MByte SDRAM-Arbeitsspeicher, 4 MByte batteriegepuffertem Arbeitsspeicher und µCLinux als Betriebssystem. Alle Komponenten sind in einem 220 x 110 x 40 mm großen Gehäuse mit Frontschutzart IP65 untergebracht. Der Betriebstemperaturbereich des Geräts erstreckt sich von -10 bis +50 °C.

Die in der LS80 integrierten E/A-Module sind auch als dezentrale Peripherie einsetzbar und kommunizieren dann über CAN mit dem Grundgerät. Hierfür stehen dort zwei CAN-Master für jeweils bis zu 32 Slaves bereit, die ihrerseits unter einem CAN-Kopf maximal sechs E/A-Module zusammenfassen und als CANopen-kompatible DS401-Slaves angesprochen werden. Dies erhöht die maximale E/A-Zahl auf theoretisch mehr als 5000. Neben CAN und RS-485 gehören USB und Ethernet zur Grundausstattung, wobei USB nicht beim Massenspeicher endet. Vielmehr lassen sich verschiedene USB-Geräte wie WLAN-Sticks, Barcodescanner und Eingabegeräte leicht ansprechen.

Um für möglichst viele potenzielle Kunden sinnvoll nutzbar zu sein, ist die LS80 zur SPS »Simatic S7-300« von Siemens voll kompatibel: »Weil Kunden aus der Automatisierung meist auf eigenes Know-how über SPS-Software zurückgreifen können, haben wir uns an Siemens orientiert, dem unumstrittenen Marktführer in puncto SPS auf dem europäischen Markt«, betont Lacon-Vertriebsleiter Bernhard Hiebl. »Wir haben also ein Firmware-Paket entwickelt, das unsere Steuerung zu einer vollwertigen, S7-300-kompatiblen SPS werden lässt, die sich wie gewohnt und ohne Sprachbegrenzung mit »Step7« von Siemens oder mit kompatiblen Software-Produkten programmieren und beobachten lässt. Maschinenbauer, die Siemens-Produkte einsetzen, können ihr Know-how also weiterverwenden und behalten volle Kontrolle über das Programm und mit unserer Visualisierungs-Software auch über die Benutzerführung und Visualisierung.«

Das hohe Maß an Modularität erlaubt es dem Kunden, das Steuerungssystem exakt auf seine Bedürfnisse zu konfigurieren, was sich nicht auf die E/A-Module beschränkt, sondern auch das CPU-Board und die Kommunikations-Schnittstellen sowie den Speicherausbau betrifft. In der Automatisierung ungewöhnliche Kommunikationsstandards etwa von Bezahlsystemen lassen sich durch eine wachsende Zahl von Kommunikationsmodulen abdecken.

»Zusammen mit einem individuellen Dienstleistungsangebot, der kundenspezifischen Sonderausführung in Hard- und Software, der Anpassung auf kundenspezifisches Design sowie der Vorkonfektion der benötigten Verdrahtung lässt sich eine Steuerungsaufgabe unter Verwendung von LS80 und CAN deutlich wirtschaftlicher und effizienter lösen als mit einer klassischen Automatisierungslösung aus dem Baukastensystemen der großen SPS-Hersteller«, resümiert Hiebl.