Der ZVEI gibt sich optimistisch Industrie 4.0: Es geht voran

Mit der Umsatzentwicklung der Automatisierungsbranche zufrieden: Jürgen Amedick, Roland Bent und Gunther Koschnick vom ZVEI-Fachverband Automation
Mit der Umsatzentwicklung der Automatisierungsbranche zufrieden: Jürgen Amedick, Roland Bent und Gunther Koschnick vom ZVEI-Fachverband Automation

Die deutsche Automatisierungsbranche erwartet laut dem ZVEI-Fachverband Automation bis zum Jahresende 2015 ein Wachstum von insgesamt 3 bis 4 Prozent. Große Fortschritte gemacht hat dem Verband zufolge im laufenden Jahr die Gremienarbeit zum Thema Industrie 4.0 in Deutschland.

Nach den neuesten Daten des Fachverbands erzielte die Branche hierzulande in den ersten neun Monaten 2015 einen Umsatz von 36,2 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 5,2 Prozent entspricht. Der Auftragseingang nahm um 7,8 Prozent zu. Ende September 2015 hatte die Branche etwas mehr als 262.000 Beschäftigte. Die Ausfuhren der drei Sparten des Fachverbands – Schaltgeräte, Schaltanlagen & Industriesteuerungen, Messtechnik und Prozessautomatisierung sowie elektrische Antriebe – stiegen von Januar bis September 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,9 Prozent auf 26,5 Milliarden Euro.

»Die Nachrichten aus unserer Branche sind gut«, betonte Roland Bent, Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbands Automation, anlässlich einer Pressekonferenz auf der SPS IPC Drives. »Sie stehen aber noch immer Meldungen über die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland und der Welt gegenüber, die uns diffus in die Zukunft blicken lassen.« Unsicherheiten gingen vom osteuropäischen und vom arabischen Raum aus. »Die Flüchtlingskrise hält uns in Europa in Atem«, sagte Bent. »Auch der Russland/Ukraine-Konflikt lässt uns weiter seine Auswirkungen spüren.« Für das kommende Jahr erwarte die Branche wieder leichtes Wachstum, allerdings geringer als in diesem Jahr.

Jürgen Amedick, Vorsitzender des Fachverbands elektrische Antriebe, liegt mit seiner Prognose etwas unterhalb der Gesamtbranche: »Bis zum Jahresende erwarten wir etwa 1,5 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr«, sagte er. »Auch im kommenden Jahr sollte ein geringes positives Wachstum drin sein.« Nach wie vor sei das Thema »Energieeffizienz im Antriebssystem« ein Dauerbrenner auf der SPS IPC Drives. Positiv sei die Einführung der neuen Norm EN 50598, die es erstmals ermögliche, das gesamte Antriebssystem energetisch zu bewerten.