„ClipX“-Konzept von Phoenix Contact Industrie 4.0 auch im Schaltanlagenbau

Wenn es um die Optimierung von Schaltanlagen geht, hilft Stückwerk nicht weiter; vielmehr ist eine nachhaltige Strategie gefragt, die auf einer umfassenden Analyse der vorhandenen Prozesse beruht. Das „ClipX“-Konzept von Phoenix Contact ist ein Ansatz, der den Anwender dabei unterstützen kann.

Die Herstellung von Schaltanlagen erweist sich organisatorisch und technisch als große Herausforderung, weil dabei verschiedene Disziplinen und Unternehmensbereiche ineinandergreifen. So müssen Entwicklung, Produktion und Logistik optimal aufeinander abgestimmt sein. Insellösungen, die einzelne Fertigungsaspekte verbessern, wirken oft nur wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Das „ClipX“-Konzept von Phoenix Contact berücksichtigt diese Komplexität und ermöglicht folglich eine nachhaltige Strategie, die den Anwender sowohl punktuell als auch übergreifend bei der Umsetzung von Prozessinnovationen unterstützt. Der Ansatz betrachtet dabei nicht nur die Industrie-4.0-Aspekte „vollständige digitale Produktbeschreibung“ und „Datendurchgängigkeit entlang der Wertschöpfungskette“. Darüber hinaus werden individuelle, den Kundenanforderungen angepasste Produktionslösungen erarbeitet (Bild 1).

 

Um die jeweiligen Lösungen bestmöglich zu gestalten, gilt es zunächst, die „Hebellänge“ der potenziellen Maßnahmen zu ermitteln. Das ClipX-Konzept beginnt folglich immer mit einer eingehenden Analyse der beteiligten Prozesse – in der kompletten Übersicht ebenso wie in einer Prüfung einzelner Abläufe. Im Schaltanlagenbau zeigt sich häufig das folgende Bild: Über 50 Prozent der Gesamtkosten entfallen auf den Prozess, während die Materialkosten fälschlicherweise als die wesentlichen Kostentreiber eingestuft werden (Bild 2). Dieses für viele Anwender erstaunliche Ergebnis birgt erhebliches Potenzial, denn jedes fertigende Unternehmen kann die Prozesskosten direkt beeinflussen. Zudem zahlt sich eine Investition in Prozessinnovationen meist schon kurzfristig aus, bleibt aber auch langfristig und nachhaltig bedeutsam.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, nicht nur Entwicklung und Logistik in die Überlegungen einzubeziehen. Der Produktion kommt eine mindestens ebenso große Bedeutung zu. Folgende Schritte beim Schaltschrankbau beanspruchen in aufsteigender Reihenfolge den größten Zeit- und Kostenanteil:

  • Montage der verschiedenen Komponenten
  • Beschriftung der einzelnen Geräte
  • Verdrahtung aller Komponenten

Oft läuft all das wie in einer Werkstatt ab, mit hohem Anteil manueller Arbeit, was diesen Effekt verstärkt. Die diversen Prozesse sind meist wenig automatisiert und ein wirklicher Materialfluss ist selten zu finden. Geringe Skaleneffekte erschweren den Wechsel von einer Industrie, die seit etwa vier Jahrzehnten hinsichtlich der Fertigungstechnik stagniert, hin zu einem modernen Produktionsbetrieb. Zwar werden in den Schaltanlagen immer wieder neue Produkte und Lösungen eingesetzt, die in der Fertigung vorherrschenden Abläufe sind aber weitgehend gleich geblieben. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich der Ruf nach einer menschenleeren, durch automatisierte Produktionsstraßen geprägten Wertschöpfungskette als richtig erweist. Vielmehr geht es darum, intelligente und auf die Anforderungen der Kunden abgestimmte Lösungen zu entwickeln.