Hannover Messe Hermes Award 2013: Die Nominierten stehen fest

Der Jury-Vorsitzende Prof. Wolfgang Wahlster im vergangenen Jahr bei der Bekanntgabe des Hermes-Award-Preisträgers
Der Jury-Vorsitzende Prof. Wolfgang Wahlster im vergangenen Jahr bei der Bekanntgabe des Hermes-Award-Preisträgers

Der Countdown läuft: Eine unabhängige Jury hat fünf Unternehmen für den Hermes Award 2013 nominiert. Der Gewinner des von der Deutschen Messe AG ausgelobten Preises wird im Rahmen der Eröffnungsfeier der Hannover Messe am 7. April bekanntgegeben.

»Bei den diesjährigen Bewerbungen bildeten die M2M-Kommunikation für Industrie 4.0 und neue Ansätze zur Ressourcenschonung die Schwerpunkte«, erläutert der Jury-Vorsitzende Prof. Wolfgang Wahlster, Geschäftsführungs-Vorsitzender des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). »Die von der Jury nominierten Produkte ermöglichen nachhaltige Innovationen zu günstigen Kosten.«

Für den Hermes Award 2013 nominiert wurden folgende Unternehmen (in alphabetischer Reihenfolge):

Bosch Rexroth, Lohr am Main: Bei dem nominierten Projekt »Open Core Engineering« handelt es sich um eine Software-Lösung, die bisher getrennte SPS- und IT-Welten in einem durchgängigen Angebot aus offenen Standards, Softwaretools, Funktionspaketen und Open Core Interface verbindet. Das klassische Engineering auf SPS-Basis wird so mit den neuen Möglichkeiten der Hochsprachen-Programmierung kombiniert. Zusätzlich können innovative Funktionen als Anwenderprogramme auch auf externen Geräten wie Smartphones laufen, wobei native Apps auf Smart Devices nicht nur Daten lesen, sondern auch Daten in die Steuerung schreiben. »Damit können sich OEMs erstmals ohne direkte Unterstützung der Steuerungshersteller durch individuelle Software-Funktionen vom Wettbewerb differenzieren«, hieß es.

ebm-papst, Mulfingen: Nominiert wird das Produkt »Diffusor AxiTop«, bei dem es sich um einen Diffusor zur Verbesserung des Wirkungsgrads und zur Verringerung der Geräusche von Ventilatoren handelt. Ein großer Teil der dynamischen Geschwindigkeitsenergie der austretenden Luft wird durch eine Verzögerung der Strömungsgeschwindigkeit in statischen Druck umgewandelt, der wiederum zur Druckerhöhung am Ventilator-Laufrad dient. Neben der dadurch erzielten Reduzierung des Energiebedarfs um 27 Prozent soll der neuentwickelte Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff »epylen«, aus dem der Diffusor hergestellt ist, zur Nachhaltigkeit des Produkts beitragen.

Hirschmann Automation and Control, Neckartenzlingen: Das nominierte Produkt »OpenBAT - Industrial Access Point« ermöglicht nach Firmenangaben erstmals die individuelle Zusammenstellung industriegerechter WLAN-Access-Points und -Clients via Internet. Die OpenBAT-Familie beruht auf einer neuen Hard- und Software-Technik und ermöglicht robuste und funktionssichere Funkverbindungen auch in rauen Umgebungen. Das neue Parallel Redundancy Protocol (PRP) gestattet hier eine verlustfreie, weil redundante und echtzeitfähige Kommunikation, wobei zwei Frequenzbereiche parallel als redundante Kanäle genutzt werden. Die neue Generation von WLAN-Geräten erreicht eine Steigerung der WLAN-Netzgeschwindigkeit um bis zu 50 Prozent bei Bandbreiten bis zu 450 MBit/s. Bandpass-Filter eliminieren alle von anderen Funksignalen verursachten Interferenzen.

Kaeser Kompressoren, Coburg: Bei dem nominierten Produkt handelt es sich um ein System, das aus einem Latentwärmespeicher und einem Druckluftkältetrockner besteht. Der Speicher ist hierbei in einem Wärmetauschersystem integriert. Dort laufen alle Prozessschritte der Trocknung ab. Durch die Ausnutzung des Phasenwechsels (fest/flüssig) des Latentspeichermediums ist im Vergleich zu konventionellen Wärmespeichern eine kompaktere Bauweise bei gleicher Speicherkapazität möglich. Dadurch sinkt die Speichermasse um 98 Prozent, die Stellfläche um 47 Prozent, das Anlagengewicht um 60 Prozent und die Kältemittelmenge um 53 Prozent.

Schildknecht, Murr: Das nominierte Produkt DE 7000 ist ein Gateway für Cloud-gestützte M2M-Lösungen mit skalierbarer Teilnehmerzahl. Das Unternehmen hat dazu das Funkmodul »Dataeagle (DE) 7000« in die praktische Anwendung gebracht. DE 7000 ermöglicht den Aufbau einer Funkstrecke zwischen Automatisierungsgeräten und Mobilfunknetzen. Dabei können die Daten von digitalen und analogen Signalen sowie der SPS-Feldbusebene über Mobilfunknetze bzw. über das Internet in der Cloud bereitgestellt werden. Mit dem Einsatz von GPRS-Flatrate-Tarifen ab 4 Euro pro Monat und preisgünstigen Cloud-Diensten mit Verschlüsselung liegen die Transferkosten für über 1000 Übertragungen nur im Cent-Bereich, was eine preiswerte Lösung für den Einstieg in die M2M-Kommunikation ermöglicht, mit der Daten aus der Produktion fast überall in der IT-Welt über Smartphones verfügbar werden.