Festos »Rüsselgreifer« ist für den Deutschen Zukunftspreis 2010 nominiert Handhabungstechnik - von der Natur inspiriert

Vom Elefantenrüssel inspiriert ist der von Festo in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IPA entwickelte »Bionische Handling-Assistent«.

Der von Festo auf der diesjährigen Hannover Messe erstmals vorgestellte und in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IPA (Institut für Produktionstechnik und Automatisierung) entwickelte »Bionische Handling-Assistent« ist für den Deutschen Zukunftspreis 2010 nominiert worden, den vom Bundespräsidenten ausgeschriebenen Preis für Technik und Innovation.

Für den Preis, der mit 250.000 Euro dotiert ist und Anfang Dezember verliehen wird, ist natürlich nicht nur der »Bionische Handling-Assistent« als solcher vorgeschlagen, sondern auch und vor allem das verantwortliche Team von Festo und Fraunhofer: Dr. Peter Post leitet das Forschungs- und Entwicklungsprojekt bei Festo. Markus Fischer etablierte 2006 das Bionic Learning Network, in dem Unternehmen und Hochschulen technische Konzepte nach dem Vorbild der Natur realisieren. Andrzej Grzesiak ist Leiter der Gruppe Generative Fertigung am Fraunhofer IPA.

»Unser Ziel war es, ein Handling-System zu schaffen, das inhärent nachgiebig ist, so dass der Mensch mit ihm jederzeit ohne Risiko zusammenarbeiten kann«, verdeutlicht Markus Fischer, Leiter Corporate Design bei Festo.

Für den frei beweglichen »Bionischen Handling-Assistenten« haben die Festo-Ingenieure und die Fraunhofer-Wissenschaftler bei der Natur abgeschaut: Sie haben den Prototyp nach den Konstruktionsprinzipien des Elefantenrüssels entwickelt. Der Assistent besteht daher aus einem künstlichen Arm, einem Handgelenk und einem Greifer mit drei Fingern. Die Finger passen sich von selbst an jeden gegriffenen Gegenstand an. Ein ausgeklügeltes Druckluft-System treibt den künstlichen Arm an. »Der Greifer ist in der Lage, die ausgeübte Kraft sehr fein zu dosieren«, erläutert Fischer.

Der Prototyp des Handling-Systems dient auch als Basis für Service-Roboter, die künftig ältere oder kranke Menschen im Alltag unterstützen können - zum Beispiel, indem sie ihnen Speisen, Getränke oder Medikamente holen und reichen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten bieten sich in der Landwirtschaft, etwa beim Sortieren von Blumenzwiebeln, bei der Gurkenernte oder als Bestandteil von Melkrobotern. Mögliche Einsatzgebiete sind auch Inspektion und Qualitätsprüfung oder Wartung und Reinigung an schwer zugänglichen Stellen.

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