ams nach der MAZeT-Übernahme Farbsensorik für neue Märkte

Die Farbsensoren von ams finden unter anderem in Flugzeuginnenbeleuchtungen Einsatz.

Durch Zukäufe schneller zu wachsen als über organisches Wachstum alleine, diesen Weg setzt ams mit der Übernahme von MAZeT fort.Thomas Riener, Executive VP und General Manager Emerging Sensor Solutions von ams, erklärt im Gespräch mit Markt&Technik, wie ams in neue Märkte vordringen will.

»Mit der Übernahme von MAZeT sind wir jetzt in der Lage, Spektrometer auf einem Chip zu integrieren, das ist das Neue, und das eröffnet neue Applikationen«, sagt Thomas Riener. Damit will ams den eigenen Anteil im Sensormarkt weiter ausbauen. Schon jetzt sieht sich ams laut Riener mit einem Weltmarktanteil von über 30 Prozent als führenden Hersteller von optischen Sensoren. Da passe die Übernahme von MAZeT sehr gut, weil es keinerlei Überschneidungen zum bisherigen Produktspektrum von ams gebe. »Wir können jetzt das volle Programm an Farb- und Spektralsensorik für die Farberkennung und Farbmessung vom Infrarot bis zum Ultraviolettbereich anbieten«, so Riener.

Das Ziel besteht darin, jetzt verstärkt die Marktsektoren außerhalb des Hauptmarkts Mobiltelefone anzugehen, vor allem in der Industrie, in Kraftfahrzeugen, in der Medizintechnik sowie in Beleuchtungen in Gebäuden, in Büros und im eigenen Heim. »Gerade der Markt für intelligente Gebäude wird sich künftig sehr dynamisch entwickeln«, so Riener. Den Produktbereich der Farbspektrum-Sensoren zu konsolidieren und in neuen Märkte vorzudringen, ist die Aufgabe von Fred Grunert, der bisher CEO von MAZeT war und der nun den Geschäftsbereich der Farb- und Spektralsensoren innerhalb von ams leitet. »Die Verbindung der komplementären Produkte und Sensorkompetenzen beider Unternehmen stärkt unsere Position für die Zielmärkte Automotive, Industrie, Medizintechnik und intelligente Beleuchtung«, ist Grunert überzeugt. Auch der Standort von MAZeT im Zentrum eines Optik-Know-how-Clusters mit Firmen wie Jenoptik und Forschungseinrichtungen wie der Fraunhofer Gesellschaft ist laut Riener für ams sehr interessant: »Dort ist viel Ingenieurkompetenz vorhanden, von den Grundlagen der Optik und der zugehörigen Elektronik bis hin zu den entsprechenden System Applikationen.«

Die Sensoren von MAZeT zeichnen sich gegenüber den bisherigen Sensoren, die ams im Programm führt, durch größere Photodioden und eine höhere Sensitivität aus. Die JENCOLOR-Sensoren sind damit komplementär zu den Multispektralsensoren von ams positioniert, bei denen die Spektralfilter direkt auf den Chip aufgebracht werden. Was die Fertigung betrifft, wird ams die Zusammenarbeit mit den bestehenden Lieferanten von MAZeT fortsetzen. Außerdem kenne ams die Anforderungen an die Applikationen in den unterschiedlichen Märkten laut Riener sehr gut, während MAZeT Zugang zu der weltweiten Vertriebsstruktur von ams bekomme und in der Lage sei, die potenziellen Kunden weltweit ansprechen zu können. Allein dadurch erwarten sich Grunert und Riener neuen Schub für die Produkte von MAZeT.

Früh in Wachstumsmärkten Fuß fassen
 
Das Interessanteste an der Übernahme sei aber, dass ams jetzt in neue Marktsektoren vordringen könne. Passt der Lippenstift, den ich mir gerade im Kaufhaus ansehe, zum Kleid zuhause? Welche der Farben im Baumarkt passt genau zu meiner Wand zuhause? Diese Fragen können die Anwender künftig mit Hilfe von Geräten beantworten, in denen die Sensoren von ams arbeiten. Sehr viel verspricht sich Riener von den Möglichkeiten der Lichtsteuerung. Das richtige Spektrum und den richtigen Farbton zu erzeugen, ist entscheidend für das Wohlbefinden und sogar für die Gesundheit der Menschen, die in den so beleuchteten Räumen arbeiten. Und die auf Farbsensoren basierende Lichtsteuerung kann zudem dazu beitragen, dass die Toleranzen der LEDs nicht mehr so eng wie bisher ausgelegt sein müssen, was die Preise für das Beleuchtungssystem insgesamt senken kann.

»Das sind neue, aber auch diversifizierte Märkte, in denen wir früh Positionen besetzen wollen, um dann mit den Märkten wachsen zu können«, sagt Riener. Diversifizierte Märkte – das bedeutet auch, dass solche Sensoren typische Produkte für die Distribution werden können. Allerdings: »Um die Sensoren so eindesignen zu können, dass alles optimal funktioniert, ist sehr viel Know-how erforderlich«, erklärt Riener. Also kommt es darauf an, eine gute Design-in-Umgebung zu bieten – und genau das könne MAZeT mit seinen ausgereiften Demo-Kits bereits leisten.