VDMA Industrielle Bildverarbeitung Europäische IBV-Branche erwartet 12 Prozent Umsatzplus

Donato Montanari, Datalogic/VDMA: »Den Löwenanteil ihres Umsatzes erzeugt die Branche immer noch in der Industrieproduktion.«
Donato Montanari, Datalogic/VDMA: »Den Löwenanteil ihres Umsatzes erzeugt die IBV-Branche immer noch in der Industrieproduktion.«

Einen Umsatzanstieg von fast 10 Prozent erzielte die europäische IBV-Branche (Industrielle Bildverarbeitung) im Jahr 2013 laut einer aktuellen Marktbefragung des VDMA. Für 2014 erwartet die Branche sogar 12 Prozent Wachstum.

Wie in den Jahren zuvor waren nicht-industrielle Anwendungen auch 2013 besonders im Aufwind: Während industrielle Anwendungen als Absatzmarkt »nur« um 6 Prozent zunahmen, wuchsen nicht-industrielle um 19 Prozent. Der größte Impuls ging dabei von den intelligenten Verkehrssystemen und der Medizintechnik aus. »Ständig werden neue Anwendungen entwickelt und bringen eine starke Nachfrage mit sich«, erläutert Donato Montanari, Vorstandsmitglied der VDMA-Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung und Geschäftsführer der Geschäftseinheit Industrielle Bildverarbeitung bei Datalogic Automation. »Den Löwenanteil ihres Umsatzes erzeugt die Branche aber immer noch in der Industrieproduktion. Insgesamt tragen industrielle Anwendungen derzeit etwa 70 Prozent zum Branchenumsatz bei, nicht-industrielle etwa 30 Prozent.« Die Automobilindustrie war 2013 mit einem Anteil von 22 Prozent am Gesamtumsatz der größte Kunde für IBV-Technik, gefolgt von der Elektro- und Elektronikbranche einschließlich Halbleiter (14 Prozent) und der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie (6 Prozent).

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VDMA-Marktbefragung zur Bildverarbeitung

Eine Umsatzsteigerung von 12 % erwartet der VDMA für das Jahr 2014. 2013 stieg der Umsatz im Sektor industrielle Bildverarbeitung mit fast 10 % stärker als erwartet.

Dynamischer Markt Asien

Nach Regionen gegliedert erzielten 2013 die in der Marktbefragung erfassten europäischen IBV-Firmen in Asien ihr höchstes Umsatzwachstum, nämlich 28 Prozent. China machte dabei 9 Prozent des Gesamtumsatzes der europäischen IBV-Branche aus. »Über ein Fünftel des europäischen Bildverarbeitungs-Geschäfts findet in Asien statt«, kommentiert Montanari. »Die Automatisierung ist in Asien angekommen. Wir gehen daher von einem weiteren schnellen Wachstum dieses Anteils aus.« Nordamerikanische Kunden kauften fast 13 Prozent mehr Bildverarbeitungstechnik von europäischen Anbietern als 2013, während die Nachfrage aus Europa selbst »nur« um 4 Prozent stieg.

IBV-Systeme im Aufwind

Mit Systemen erzielte die europäische IBV-Branche 2013 ein höheres Umsatzwachstum als mit Komponenten. Der Branchenumsatz mit applikationsspezifischen und konfigurierbaren Systemen stieg um 12 Prozent auf 436 Mio. Euro, der mit Kompaktsystemen wie etwa intelligenten Kameras und Vision-Sensoren um 20 Prozent auf 100 Mio. Euro. Andererseits wuchs der Branchenumsatz mit Bildverarbeitungs-Komponenten nur um 6 Prozent. Kameras, die größte Produktkategorie in dieser Gruppe, steigerten ihren Umsatz um 8 Prozent. Das höchste Umsatzplus innerhalb der Komponenten - immerhin fast 9 Prozent - verzeichneten interessanterweise Framegrabber: »Der Markt dafür ist nicht allzu groß, aber in schnellen und High-End-Anwendungen sind sie nach wie vor gefragt.«

Bildverarbeitung in Deutschland

Die deutsche IBV-Branche steigerte 2013 ihren Umsatz um 8 Prozent auf eine Rekordsumme von 1,613 Mrd. Euro. Die Wachstumsimpulse kamen hauptsächlich aus dem Export: Während die Umsätze im Inland stagnierten, wuchsen die Exporte aus Deutschland 2013 um 15 Prozent. Der Exportanteil stieg von 55 Prozent auf ein Allzeithoch von 58 Prozent. Dieses hohe Wachstum steigerte 2013 die Beschäftigungszahlen um 9 Prozent. Wegen des guten Auftragseingangs in den ersten fünf Monaten des Jahres erwartet die deutsche IBV-Branche im Jahr 2014 ein Umsatzplus von 10 Prozent, das den Branchenumsatz auf fast 1,8 Mrd. Euro ansteigen lassen wird.

Trends

Laut der Marktbefragung steigt in Asien, vor allem in China, die Nachfrage nach Bildverarbeitungstechnik zur Qualitätssicherung besonders in der Elektronikbranche. Nicht-industrielle Anwendungen, allen voran in den Bereichen Intelligente Verkehrssysteme, Logistik, Medizintechnik und Sicherheit, werden ein stärkeres Nachfragewachstum entwickeln als der Fertigungssektor. Die Landwirtschaft, etwa der Präzisionsackerbau, birgt ebenfalls hohes Potential. Die Automobilindustrie bleibt in absehbarer Zukunft der wichtigste Kunde für Bildverarbeitungstechnik. 3D-Applikationen und die damit verknüpfte Weiterentwicklung neuer, leichter anwendbarer Techniken gewinnen weiterhin an Bedeutung. Weil immer mehr Standards und intuitive Nutzerschnittstellen verfügbar sind, nimmt auch der Bedienkomfort der Bildverarbeitung zu.