Neue EMVA-Studie zeigt Umsatzboom und enthält erstmals separates Frankreich-Kapitel Europäische Bildverarbeitungsbranche übertrifft eigene Erwartungen

Der Anteil der wichtigsten Kundenbranchen der europäischen Bildverarbeitungsindustrie am Gesamtumsatz mit Systemen 2009 bis 2010
Der Anteil der wichtigsten Kundenbranchen der europäischen Bildverarbeitungsindustrie am Gesamtumsatz mit Systemen 2009 bis 2010

Schneller als von der Branche selbst erwartet und getrieben von hoher Nachfrage aus den klassischen Industrien hat sich die europäische Bildverarbeitungsbranche von den Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftkrise erholt. Dies zeigt die aktuelle Ausgabe der jährlichen Studie »European Vision Technology Market Statistics« des Branchenverbands EMVA (European Machine Vision Association).

Regional verzeichnete die europäische Bildverarbeitungsbranche im vergangenen Jahr laut der Studie den stärksten Umsatzanstieg in Asien. Exporte in asiatische Länder gingen vor allem nach China, Japan, Südkorea und Taiwan und übertrafen wieder einmal den Umsatz mit Nord- und Südamerika. Auch in Europa, Nord- und Südamerika und allen anderen Ländern gab es im vergangenen Jahr ein starkes Umsatzwachstum. Mit fast 68 Prozent des Gesamtumsatzes blieb Europa mit Abstand der größte Markt für europäische Bildverarbeiter. Allerdings rutschte der Umsatzanteil des Heimatkontinents erstmals unter die 70-Prozent-Marke. Knapp ein Drittel des gesamten Umsatzes wurde also durch Exporte in Länder außerhalb Europas realisiert.

Industrielle Kunden sind investitionsfreudig

Der weltweite wirtschaftliche Aufschwung und die damit verbundene Zunahme der industriellen Produktion steigerten der Studie zufolge im vergangenen Jahr die Nachfrage von Kunden aus traditionellen Fertigungsindustrien nach Bildverarbeitungstechnik stark (siehe Abbildung 2). Im Jahr eins nach der Krise machte der Umsatz mit Industriekunden den Großteil des Gesamtumsatzes aus. Der Absatz von Bildverarbeitungssystemen an die Automobilindustrie als größten Abnehmer schnellte nach einem tiefen Einbruch im Krisenjahr wieder nach oben. Zweistellige Zuwachsraten wurden auch mit dem Verkauf von Systemen an die Pharma- und Kosmetikindustrie, die Elektro- und Elektronikindustrie, die Verpackungsindustrie, die Gummi- und Kunststoffindustrie sowie die Hersteller medizinischer Geräte realisiert.

Dagegen blieb der absolute Umsatz der Bildverarbeiter mit allen nicht-industriellen Kundenbranchen nahezu unverändert, so dass diese Sparten wegen der starken Zunahme des Umsatzes mit dem produzierenden Gewerbe relativ an Boden verloren. »Dennoch haben die Bildverarbeitungstechnik-Anbieter, die ihre Wurzeln mehrheitlich in der traditionellen industriellen Produktion haben, die nicht-verarbeitenden Branchen als ein bedeutendes Geschäftsfeld zementiert«, erläutert Andreas Breyer, Director of Market Research der EMVA. »Bildverarbeitungsanwendungen werden sich in Bereichen wie Sicherheit, Verkehrsüberwachung, Marktforschung, Umwelttechnik sowie Sport- und Unterhaltungselektronik weiter etablieren.«