Energieeffiziente Antriebstechnik EU-Motorenverordnung ist in Kraft

Was lange angekündigt war, ist jetzt Realität: Am 16. Juni hat die EU-Kommission die erste Stufe der EU-Motorenverordnung M640/2009 erlassen.

Drehstrom-Asynchronmotoren mit Käfigläufer und Leistungen von 0,75 bis 375 kW dürfen also jetzt in der EU nur noch in Verkehr gebracht werden, wenn sie mindestens der internationalen Energieeffizienzklasse IE2 entsprechen.

Ziel der Verordnung ist es, die Energieeffizienz von Elektroantrieben zu steigern. Allein in Deutschland ließen sich laut ZVEI 38 Mrd. kWh durch den intelligenten Einsatz elektrischer Antriebstechnik in Industrie, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen einsparen. Würden alle in Deutschland installierten Antriebe mit Energiesparmotoren und bei Bedarf mit elektronischen Antriebsregelungen ausgestattet, ergäbe sich demnach ein Energiesparpotenzial, das der Stromerzeugung von 16 Kraftwerksblöcken der 400-MW-Klasse entspricht.

Die von der Verordnung erfassten Drehstrom-Asynchronmotoren treiben unter anderem Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren, Aufzüge, Rolltreppen und Transportbänder an. In ein paar Jahren treten die beiden nächsten Regelungsstufen in Kraft: Die Energieeffizienzklasse IE3 ist ab dem 1. Januar 2015 für Leistungen von 7,5 bis 375 kW vorgeschrieben, ab dem 1. Januar 2017 für den ganzen Leistungsbereich von 750 W bis 375 kW. IE2-Motoren dürfen dann jeweils nur noch zusammen mit Frequenzumrichtern eingesetzt werden.

Allein in Deutschland laufen derzeit etwa 35 Mio. alte Drehstrommotoren, von denen pro Jahr nur 3 bis 4 Prozent modernisiert oder ausgetauscht werden. Erst nach über 25 Jahren wäre der Altbestand durch energiesparende neue Techniken ersetzt. »Die Politik ist gefordert, die umweltpolitisch gewollte Modernisierung des riesigen Altbestands weiter voranzutreiben«, betonte Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung.

Investitionen in energieeffiziente Antriebslösungen amortisieren sich dem ZVEI zufolge in der Regel innerhalb von ein bis drei Jahren durch die eingesparten Stromkosten. Der ZVEI hat ein Instrument entwickelt, um deren Einfluss auf die Lebenszykluskosten der Anlagen im öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich zu berechnen (www.zvei.org/automation).