Mensch-Roboter-Kollaboration Erster inhärent sicherer Industriegreifer mit Zertifikat

Der für MRK-Anwendungen zertifizierte Greifer »Co-act EGP-C« von Schunk ermöglicht kollaborative Szenarien in der Kleinteilemontage.
Der für MRK-Anwendungen zertifizierte Greifer »Co-act EGP-C« von Schunk ermöglicht kollaborative Szenarien in der Kleinteilemontage.

Der Greifer »Co-act EGP-C« ist laut Hersteller Schunk der erste inhärent sichere Industriegreifer, den die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) für den kollaborierenden Betrieb zertifiziert und zugelassen hat. Zu sehen ist der Greifer auf der Messe Motek.

Das Zertifikat vereinfacht die Sicherheitsbetrachtung bei kollaborierenden Anwendungen und verkürzt den Zeitaufwand. Der mit einer Kollisionsschutzhülle umhauste 2-Finger-Parallelgreifer deckt ein breites Einsatzspektrum ab – von der Kleinteilemontage in der Elektronik- und Konsumgüterindustrie bis zu Montageanwendungen im Automotive-Sektor. Bei Schunk wird der „Co-act EGP-C“ bereits prototypisch an einem MRK-Arbeitsplatz in der Greifermontage eingesetzt. Dort übernimmt der Werker die Montage und Qualitätsprüfung, während der Roboter mit dem Greifer Kleberückstände an einer scharfkantigen Abziehplatte entfernt.

Der „Co-act EGP-C“ erfüllt die Anforderungen der ISO/TS 15066 und ist so konstruiert, dass er einen Menschen nicht verletzen kann. Eine sichere Strombegrenzung sorgt dafür, dass er die Anforderungen für kollaborierende Anwendungen zuverlässig erfüllt. Ansteuern lässt sich der Greifer über digitale I/O. Dank einer Betriebsspannung von 24 V DC eignet er sich unter anderem auch für mobile Anwendungen.

Der „Co-act EGP-C“ wird als komplett vormontierte Einheit mit jeweils passender Schnittstelle für die Cobots von Kuka, Fanuc oder Universal Robots geliefert. Schnittstellen für Roboter anderer Hersteller sind auf Anfrage möglich. Darüber hinaus sind Programmierbausteine für alle gängigen Cobots vorgesehen, die den Inbetriebnahme-Aufwand weiter reduzieren sollen. Die komplette Regelungs- und Leistungselektronik ist im Inneren des Greifers verbaut, so dass er keinen Platz im Schaltschrank beansprucht. Bürstenlose Servomotoren und eine Kreuzrollenführung sorgen für einen hohen Wirkungsgrad. Innerhalb der zulässigen Fingerlänge erzielen die Greiferfinger über den kompletten Hub eine annähernd konstante Greifkraft und Geschwindigkeit.

Um die Kollaboration mit dem Bediener möglichst flüssig und intuitiv zu gestalten, ist der Greifer mit einer LED-Beleuchtung in Ampelfarben ausgestattet, über die der Anwender den jeweiligen Zustand des Moduls signalisieren kann. Den zertifizierten Kleinteilegreifer gibt es ab dem ersten Quartal 2018 in Baugröße 40 mit einem Fingerhub von 6 mm und einem maximalen Werkstückgewicht von 0,7 kg. Die Greifkraft lässt sich über einen Drehcodierschalter in mehreren Stufen einstellen. Weitere Baugrößen sollen im ersten Halbjahr 2018 folgen.

Auf der Motek vom 9. bis 12. Oktober in Stuttgart ist Schunk in Halle 7, Stand 7218, vertreten.