Multiprotokoll-IC von Innovasic Echtzeit-Ethernet-Switch-IC für Profinet V2.3 zertifiziert

Das RapID Platform Network Interface für Profinet IRT und RT ist entsprechend Profinet V2.3 Class B und C zertifiziert.
Das RapID Platform Network Interface für Profinet IRT und RT ist entsprechend Profinet V2.3 Class B und C zertifiziert.

Seit diesem Sommer lassen sich Systeme und Komponenten nach der Profinet-Spezifikation V2.3 der Nutzerorganisation Profibus & Profinet International (PI) zertifizieren. Als eines der ersten Unternehmen hat vor kurzem Innovasic seinen Multiprotokoll-Echtzeit-Ethernet-Switch »fido5000 REM« zertifiziert.

Die Anforderungen moderner Industrial-Ethernet-Systeme sind klar definiert: Steigerung der Leistung und Zuverlässigkeit. Darüber hinaus stechen, so Volker Goller, zwei weitere Forderungen aus der Industrie heraus: »Erstens der Wunsch, bei der Wahl des Mikrocontrollers frei zu sein, also keine reinen Kommunikations-Controller einsetzen zu müssen, und zweitens die Forderung, mit einer Hardware alle gängigen Protokolle abzudecken«. Das Ergebnis der Entwicklung bei Innovasic ist der Echtzeit-Ethernet-Switch-IC »fido5000 REM« (Real-Time Ethernet Multi-Protocol), ein Multiprotokoll-Switch, mit dem sich alle gängigen Industrial-Ethernet-Protokolle realisieren lassen. »Aus Sicht eines Chipherstellers sind solche Cross-Market-Lösungen natürlich auch sinnvoll, weil so eine Volumen-Aggregation quer über die Protokolle erfolgen kann. Silizium ist teuer - einen Spezialchip für jedes einzelne Protokoll zu entwickeln, hat keinen Sinn.« 

Obwohl »fido5000 REM« alle gängigen Protokolle unterstützt, scheint doch im Moment ein Schwerpunkt auf Profinet zu liegen. Volker Goller bestätigt dies: »Ja, Profinet hat einen mächtigen Funktionsumfang und ist daher nicht ganz trivial zu implementieren. Wir wollten zuerst eine Profinet-IRT-Lösung nach V2.3 nachweisen können, bevor wir in die Breite gehen. Allerdings haben wir auch schon mehr als das zu bieten, denn wir haben auch EtherNet/IP bereits zertifiziert.«

Profinet ermöglicht den schnellen und sicheren Datenaustausch zwischen Feldgeräten unterschiedlicher Hersteller. Der für die Automatisierung ausgelegte Standard erlaubt neben der I/O-Kommunikation den direkten Zugriff auf TCP/IP, um große Datenmengen, etwa Qualitäts- und Traceability-Informationen, zu übertragen. Durch Priorisierung der Ethernet-Messages wird ein deterministisches Verhalten sichergestellt. Integrierte Diagnose- und Alarmfunktionen sorgen für eine schnelle Inbetriebnahme und optimierte Maschinenwartung. Profinet IRT teilt das Ethernet in eine Echtzeitphase und eine Nicht-Echtzeitphase auf und ist offen gegenüber Standard-Ethernet.

Durch die Zertifizierung stellt PI das zuverlässige Zusammenspiel aller Profinet-Komponenten und -Systeme sicher. Die erforderlichen Tests werden kontinuierlich erweitert und den Anforderungen der Praxis angepasst. Die entsprechenden Tools werden den Geräteherstellern vorab für hausinterne Tests zur Verfügung gestellt. Erreicht wird damit eine Beschleunigung des Zertifizierungsprozesses durch die von PI zugelassenen Test-Labs.

»Erst durch eine Zertifizierung wird aus einer guten Idee ein neues Profinet-Produkt«, sagt Volker Goller. »Die Überprüfung durch ein unabhängiges PI-Testlabor reduziert das Entwicklungsrisiko für zukünftige Designer von Feldbusgeräten und dokumentiert den Stand der Implementation. Natürlich ersetzt eine Zertifizierung nicht die hauseigenen Testumgebungen. Bei unserem neuen Echtzeit-Ethernet-Switch ‚fido5000 REM‘ wurden die offiziellen Standardisierungs-Tools der PI erst recht spät, kurz vor der Zertifizierung, eingesetzt. Bis dahin haben wir unser Produkt streng nach der Profinet-Spezifikation entwickelt und die Ergebnisse mit internen Tests verifiziert.«

Auch nach der Zertifizierung sei es wichtig, immer weiter zu testen und neue Ergebnisse in zukünftige Versionen des Produkts einfließen zu lassen. Beim Plug-Fest lässt sich das praktische Zusammenspiel unterschiedlicher Controller und Devices verschiedener Hersteller prüfen. Die Erkenntnisse aus den Plug-Fests und aus dem Feld verbessern wiederum die Zertifikationstest und die Tools. Anpassungen an fortgeschriebene Spezifikation und kontinuierliche Verbesserungen des Produkts erfordern eine fortlaufende Zertifizierung durch den Technologielieferanten.