Branchenmesse der Bildverarbeitung Die Vision 2014 als Trendbarometer

Vision 2012, am Stand von Schäfter und Kirchhoff
Vision 2012, am Stand von Schäfter und Kirchhoff

CMOS- statt CCD-Bildsensoren, höhere Bildsensor-Auflösungen, 3D-Bildverarbeitung, USB 3.0, Miniaturisierung, leistungsfähigere und dabei benutzerfreundlichere Software – so lauten die Branchen-Trends, die sich auf der Vision 2014 zeigen werden. Im Folgenden erläutern Experten die Trends näher.

Alexander Lewinsky, Produktmanager bei IDS Imaging Development Systems:

Die Nachfrage nach höherem Durchsatz, schnellerer Bildverarbeitung und höheren Auflösungen verlangt eine schnelle und sichere Datenübertragung. So wird das Thema USB 3.0 sicherlich der wichtigste Techniktrend auf der Vision 2014. Die universelle Verfügbarkeit, die damit verbundenen niedrigen Kosten sowie das typische Plug-and-Play machen USB 3.0 zur idealen Mainstream-Schnittstelle in der Bildverarbeitung. Ein weiterer Trend bleibt das Thema 3D: Getrieben durch Robot-Vision, Griff-in-die-Kiste, Volumenmessungen und Oberflächeninspektion nimmt die Anzahl von 3D-Anwendungen rasant zu. IDS antwortet auf diesen Trend mit den »Ensenso«-Stereo-3D-Kameras.

Was den Markt im Allgemeinen betrifft, beobachten wir schon länger die Entwicklung von der klassischen IBV hin zu allgemeiner BV: Die technischen Weiterentwicklungen in Hardware und Software vereinfachen und begünstigen den Einsatz der Bildverarbeitungstechnik außerhalb klassischer Industrie-Anwendungen. Letztlich geht es ja bei jeder Anwendung darum, Abläufe zu vereinfachen und Prozesse zu automatisieren. Das betrifft so gut wie jede Branche, etwa die Lebensmittel- und die Verpackungsindustrie oder diverse Kiosk- und Transportsysteme. Durch die Erschließung neuer nicht-industrieller Anwendungen und Märkte steigen die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und Flexibilität von Bildverarbeitungssystemen. Diese Herausforderungen werden sicherlich ein ganz großes Thema auf der Vision 2014 sein.

IDS Imaging Development Systems: Halle 1, Stand F72

 

Peter Stiefenhöfer, Leiter Marketing & Öffentlichkeitsarbeit bei Stemmer Imaging:

Durch die zunehmenden Auflösungen von Industriekameras entstehen bei vielen Bildverarbeitungsanwendungen immer mehr Daten, die ausgewertet und zum Teil aus Gründen der Produkthaftung und Nachverfolgbarkeit gespeichert werden müssen. Insofern ist Big Data auch in der Bildverarbeitung angekommen. Auf der Vision 2014 werden die Hersteller von Bildverarbeitungskomponenten neue Kameras und Bilderfassungsprodukte vorstellen, die noch mehr Auflösung und schnellere Verarbeitung bieten, um diesem Trend gerecht zu werden. Auch bei den Schnittstellen für die Bildverarbeitung gibt es Weiterentwicklungen, die dafür sorgen, dass die großen Datenmengen schnell und sicher genug übertragen werden können. Das häufig gebrauchte Schlagwort Industrie 4.0 beschreibt einen weiteren wichtigen, generellen Trend in der Automatisierung. Aus unserer Sicht sind die damit verbundenen Konzepte ohne Bildverarbeitung in vielen Fällen gar nicht möglich, weil flexible Fertigungszellen auf die Ergebnisse dieser hoch entwickelten Sensorik angewiesen sind.

Stemmer Imaging: Halle 1, Stand E52

 

Uwe Furtner, Technischer Geschäftsführer von Matrix Vision:

Wir werden den neuen 1/1.2-Zoll-Global-Shutter-CMOS-Sensor IMX174 von Sony mit 2,3 MPixel Auflösung in unseren GigE-Vision-, Dual-GigE-Vision- und USB3-Vision-Kamerafamilien präsentieren. Dieser revolutionäre Sensor besticht durch hohe Dynamik, Schnelligkeit und geringes Rauschen. Als weiteres Highlight stellen wir eine neue Technologie zum dreidimensionalen Erkennen von Objekten mittels wahrnehmungsbasierten Vision-Sensoren vor. Um etwas greifen zu können, muss es zuerst wahrgenommen und begriffen werden. Vergleichbar mit der menschlichen Wahrnehmung wertet das System Tiefeninformationen und Bewegungen aus und liefert schritthaltend Informationen wie Objekt-Dimensionen, -Abstände und -Bewegungen im Raum. Mit diesen Informationen kann beispielsweise ein Roboter das Objekt greifen. Durch Selbstkalibrierung und kurze Messzeiten ist das System wartungsarm und robust gegenüber Vibrationen. Die Wahrnehmungskamera besteht aus mindestens einem wahrnehmungsbasierten Vision-Sensor und lässt sich auf bis zu drei Sensoren erweitern.

Matrix Vision: Halle 1, Stand E12