Hermes Award 2014 Die fünf Nominierten stehen fest

Der Jury-Vorsitzende Prof. Wolfgang Wahlster im vergangenen Jahr bei der Bekanntgabe des Hermes-Award-Preisträgers
Der Jury-Vorsitzende Prof. Wolfgang Wahlster im vergangenen Jahr bei der Bekanntgabe des Hermes-Award-Preisträgers

Der Countdown läuft: Eine unabhängige Jury hat fünf Unternehmen für den diesjährigen Hermes Award nominiert. Der Gewinner des von der Deutsche Messe AG jährlich ausgelobten Preises wird auf der Eröffnungsfeier der Hannover Messe am 6. April bekannt gegeben.

»In einem mehrstufigen Filterprozess konnten wir in der Jury aus der Vielzahl sehr hochwertiger Bewerbungen die fünf Spitzenreiter eindeutig identifizieren«, erläutert Prof. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). »Die nominierten Produkte adressieren wegweisende Trends: Zwei Innovationen sind Wegbereiter für Industrie 4.0, und zwei bringen die dezentrale und intelligente Stromversorgung voran.«

Für den Hermes Award nominiert sind folgende Unternehmen (in alphabetischer Reihenfolge):

Bürkert Werke, Ingelfingen: Bei dem nominierten Produkt »FLOWave« handelt es sich um ein Durchflussmessgerät für Rohrleitungen. Laut Hersteller nutzt es erstmals akustische Oberflächenwellen in einem Edelstahlrohr ohne Einbauten zur Messung von Durchflussgeschwindigkeit und Flüssigkeitseigenschaften. Die Wellen werden in der Rohroberfläche durch eigens entwickelte piezoelektrische Interdigitalwandler angeregt. Dabei haben die Messelemente keinen Kontakt zum Medium und sind somit vielfach einsetzbar. Für die Durchflussmessung ohne feste oder bewegliche Einbauten im Messkanal und damit ohne dessen Verengung ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten bei geringen Wartungskosten, besonders in hygienischen Anwendungen.

KHS, Bad Kreuznach: Nominiert ist das Produkt »KHS-Innoprint PET« und damit ein Verfahren zur digitalen Behälterdekoration. Es ermöglicht die Bedruckung von PET-Getränkeflaschen mittels einer innovativen Tintenstrahltechnik. Mit ihm lassen sich Getränkebehälter erstmals direkt in der Befüllungsanlage bedrucken, wobei aufwändige Etikettensysteme aus Papier oder Kunststofffolien entbehrlich sind. Auch Kleinserien bis zur Losgröße eins können mit dem Verfahren bedruckt werden. Die Tinte ist lebensmittelecht und nahezu geruchsfrei. Sie haftet auf dem Behältnis, lässt sich aber beim Flaschen-Recycling wieder entfernen. Die neue Technik führt zur industriellen Individualisierbarkeit von Produkten und kann pro Jahr viele Tonnen Etikettenmüll einsparen.

Phoenix Contact, Blomberg: Mit dem Produkt »Proficloud« lässt sich das Feldbussystem Profinet in die Cloud verlagern. Dies ermöglicht die direkte, einfache und leicht integrierbare Nutzung von Cloud-Diensten, weil Daten direkt von einem Cloud-Koppler aus der Smart Factory global abgerufen werden können. Ein über die Cloud verbundenes Profinet-Gerät verhält sich wie ein real am Standort vorhandenes Gerät. Damit ist eine effizientere Nutzung gemeinsamer Ressourcen an mehreren Standorten möglich. Bereits bestehende Automatisierungsprojekte können flexibel und ohne aufwändige Umbauten der Infrastruktur erweitert werden und eröffnen damit neue Potenziale. Für die sichere Verbindung zur Cloud sorgt eine verschlüsselte SSL/TLS-Kommunikation.

SAG, Oberhausen: Mit dem nominierten Produkt »iNES« für intelligentes Verteilnetz-Management lässt sich ein konventionelles Niederspannungsnetz schrittweise zu einem Smart Grid umrüsten. Die modulare und autarke Mess- und Regelsystemplattform übernimmt die dezentrale Erfassung des Netzzustands, wobei sie dezentrale intelligente Software-Agenten einbezieht. Die Einspeise- und Lastflusssituationen werden in Echtzeit kontrolliert. Bei Bedarf werden kritische Abweichungen durch Regelung der im Netz vorhandenen Betriebsmittel sowie der eingebundenen Erzeuger und Verbraucher gezielt ausgeglichen. So lässt sich mit »iNES« in drei Ausbauschritten vom Stations-Monitoring über das Netz-Monitoring bis hin zur Netzautomatisierung die vorhandene Netzkapazität optimal ausnutzen und der konventionelle Netzausbau reduzieren, ohne die Netzstabilität zu gefährden.

Sensitec, Lahnau: Nominiert wurden die Stromsensoren der Produktserie CMS3000, die auf einer Differenzmagnetfeldmessung beruhen. Weil der zu messende Strom durch einen U-förmigen Leiter fließt, werden Störeinflüsse externer Magnetfelder eliminiert. Die Stromsensoren haben eine Bandbreite von bis zu 2 MHz und sind bis zu zehnmal schneller als vergleichbare Sensoren. Dadurch bietet sie Schutz bei plötzlichen hohen Strömen, etwa bei Kurzschlüssen. Zusätzlichen Nutzen bringen die hohe Messgenauigkeit und Temperaturstabilität sowie gute Isolationseigenschaften.