Bildverarbeitungsmesse Vision Die Branche steht hinter dem Zwei-Jahres-Turnus

Für Außenstehende war die Umstellung der Bildverarbeitungsmesse Vision von jährlichem auf zweijährlichen Rhythmus eine Überraschung. Aber die Messe Stuttgart steht nach wie vor dahinter, und die Branche unterstützt den neuen Turnus, wie die folgenden Stellungnahmen von Experten zeigen.

 

Wie beurteilen Sie aus heutiger Sicht die Umstellung der Vision von jährlichem auf zweijährlichen Rhythmus?

Alexander Lewinsky, Produktmanager bei IDS Imaging Development Systems:

Die Umstellung ist eine äußerst sinnvolle Maßnahme. Durch den Wechsel auf den Zwei-Jahres-Rhythmus versprechen wir uns mehr Raum für Innovationen, für den der Ein-Jahres-Rhythmus viel zu eng gestrickt war. Und wir hoffen, dass wir viele neue Trends aus der Branche sehen werden. Das wiederum wird vermutlich für einen sehr großen Besucherandrang sorgen, auch von potenziellen Kunden aus nicht-industriellen Bereichen.

 

Peter Stiefenhöfer, Leiter Marketing & Öffentlichkeitsarbeit bei Stemmer Imaging:

Wie die gesamte internationale Bildverarbeitungsbranche blicken auch wir in diesem Jahr mit Spannung auf die Vision, die nach der Umstellung auf den Zwei-Jahres-Turnus beweisen muss, dass sie die Erwartungen erfüllen kann, die mit dem Wechsel verbunden waren.

Die Bildverarbeitung ist den Kinderschuhen entwachsen und hat sich als fester Bestandteil der Qualitätsprüfung in vielen Branchen und verschiedensten Anwendungen etabliert. Die eingesetzten Techniken von der Sensor- und Kameratechnik über die Datenübertragungs-Schnittstellen bis hin zu Komponenten wie Beleuchtungen, Optiken oder Software haben inzwischen einen sehr hohen Reifegrad erreicht.

Weiterentwicklungen in vielen Details wird es nach wie vor geben, jedoch nicht mehr in den kurzen zeitlichen Abständen und mit den großen Leistungssprüngen der Bildverarbeitungs-Gründerzeit. Dies drückt sich auch in den Innovationszyklen der meisten international führenden Hersteller aus: Sie dauern länger als zwölf Monate, so dass der bisher jährliche Messeturnus nicht mehr zeitgemäß war. Mit einer Vision im Abstand von zwei Jahren sehe ich optimale Voraussetzungen dafür gegeben, dass die Aussteller den Messebesuchern wirklich innovative Neuheiten präsentieren können. Von der damit verbesserten Ausstellerqualität werden die Vision-Besucher sehr profitieren.

Stemmer Imaging befürwortet aus diesen Gründen den zweijährlichen Rhythmus der Vision und die mutige Entscheidung der Messe Stuttgart in vollem Umfang. Damit reagieren die Veranstalter aus meiner Sicht mit dem richtigen Schritt zur richtigen Zeit auf die veränderten Bedürfnisse eines Bildverarbeitungsmarkts, der erwachsen geworden ist.

 

Nuray Inan, Marketingleiterin von Matrix Vision:

Den Wechsel der Vision in den Zwei-Jahres-Turnus begrüßen wir voll und ganz. Zum einen konnte die Messe Stuttgart den Novembertermin jährlich nicht mehr halten, und zum anderen erhoffen wir uns durch den Wechsel noch mehr qualifizierte Besucher. Darüber hinaus ist dem Innovationszyklus mit zwei Jahren Vorlauf besser gedient. 

 

Dr. Ronald Müller, Leiter Produktmarketing bei Framos:

Die Vielzahl von Innovationen zeigt, dass die Hersteller in den vergangenen zwei Jahren große Schritte vorangekommen sind und nun wirklich neue Techniken zu zeigen haben. Dies war früher zu Zeiten des jährlichen Rhythmus nicht immer so. Nun lohnt es sich für jeden, der ein Interesse an Bildverarbeitung hat, die Messe zu besuchen.
 

Andreas Schaarschmidt, Geschäftsführer von SVS-Vistek:

Positiv. Wir haben dadurch verstärkt auf unsere Präsenz bei internationalen Messen vor Ort geachtet. Asien ist uns dabei als besonders dynamisch aufgefallen. Natürlich sehen wir als Hersteller einen Zyklus von zwei Jahren als freundlich gegenüber der Entwicklung von Innovationen an.


 

Jan-Erik Schmitt, Geschäftsführer Vertrieb bei Vision Components:

Gut, denn dadurch wird die Messe langfristig gestärkt! Unternehmen können sich so besser auf Innovationen konzentrieren. Dadurch wird auch die internationale Bedeutung zunehmen – in Zukunft wird man um diese Fachmesse nicht mehr herumkommen. Es werden auch vermehrt kleinere und neu gegründete Unternehmen präsent sein, weil es jetzt nur noch alle zwei Jahre die Gelegenheit gibt, sich beim Branchentreff zu zeigen. Den Messeauftritt um ein Jahr zu verschieben, ist nun keine Option mehr.


 

Michael Noffz, Leiter Marketing und Kommunikation bei Silicon Software:

Blickt man auf die vergangenen 24 Monate zurück, bekommt man nicht den Eindruck, dass die Bildverarbeitung einen Innovationszyklus von zwei Jahren hat. Zu viele Neuerungen wurden gezeigt. Aus Sicht der Standardisierung kann man sich mit dem zweijährlichen Rhythmus arrangieren. Bei den Produktveröffentlichungen gibt es die Alternativen anderer Messen oder des Aufschubs bis zur kommenden Vision. Die Industrie muss sich noch an den neuen Rhythmus gewöhnen. Es ist augenfällig, dass im vergangenen Jahr neue Präsentationsplattformen geschaffen wurden, etwa das »Technologieforum« von Stemmer Imaging, oder verstärkt auf andere internationale Messen wie Vision China, Vision Korea und ITE ausgewichen wurde. Also besteht noch ein Bedarf. Der Druck, auf der Vision seine Neuprodukte und Entwicklungen zu zeigen, ist stark gestiegen. Die Landesmesse hat durch den Umstieg neue Konkurrenz aus dem Ausland bekommen. Die aktuellen Zahlen der Aussteller und vermutlich auch der Besucher, die wir dann im November kennen, zeigen aber weiterhin die große Bedeutung der Vision für die Branche.
 

Thomas Nepstad, Product Marketing Manager Vision bei Cognex:

Die Umstellung auf zweijährlich kommt den Innovationszyklen der industriellen Bildverarbeitung entgegen. Das erhöht die Attraktivität dieser internationalen Plattform der industriellen Bildverarbeitung für Hersteller und Messebesucher. Wir haben den Schritt begrüßt.
 

Dr. Olaf Munkelt, Geschäftsführer von MVTec Software:

Nach wie vor sehen wir die Umstellung sehr positiv. Der neue Turnus passt besser zum Innovations-Rhythmus einer reifer gewordenen Bildverarbeitungsbranche und ermöglicht eine optimale Vorbereitung seitens der Aussteller. Den Besuchern bietet er die Chance, alle zwei Jahre gebündelt eine größere Zahl von innovativen Lösungen und Weltpremieren zu sehen.