Von der Krise zur Überhitzung Die Bildverarbeitungs-Branche brummt wieder

Christof Zollitsch, Stemmer Imaging: »Unser Umsatzziel für 2010 liegt bei 26 Mio. Euro und damit auf dem 2008 erreichten Niveau.«
Christof Zollitsch, Stemmer Imaging: »Unser Umsatzziel für 2010 liegt bei 26 Mio. Euro und damit auf dem 2008 erreichten Niveau.«

Die deutsche IBV-Branche (Industrielle Bildverarbeitung) hat die Wirtschafts- und Finanzkrise viel schneller überwunden als erwartet: Für das Jahr 2010 prognostizieren manche Unternehmen, ihr Rekord-Umsatzniveau von 2008 wieder zu erreichen oder sogar zu übertreffen.

Noch anlässlich der Messe Automatica im Juni hatte die VDMA-Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung für die deutsche IBV-Branche eine sehr zurückhaltende Prognose ausgegeben: Um nur 5 Prozent werde der Branchenumsatz im Jahr 2010 wachsen, hieß es damals - nach einem Rückgang um 21 Prozent anno 2009. Ein paar Wochen später erhöhte die Fachabteilung ihre Prognose auf 10 Prozent. Und jetzt stehen in der Branche die konjunkturellen Zeichen nicht nur auf Wachstum, sondern schon fast auf Überhitzung.

Stemmer Imaging beispielsweise erwartet, heuer das Umsatzniveau von 2008 wieder zu erreichen. »Im Vergleich des Dreimonatszeitraums von Juni bis August 2010 mit dem von Juni bis August 2009 lag das Umsatzwachstum bei etwa 60 Prozent«, betont Christof Zollitsch, Geschäftsführer des Unternehmens. »'Überhitzt’ ist sicherlich eine gute Umschreibung für eine solche Marktsituation, denn 60 Prozent Wachstum lassen sich auf Dauer natürlich keinesfalls halten.«

IDS Imaging Development Systems rechnet für 2010 sogar mit einem deutlich höheren Umsatz als 2008: »Der Aufschwung hat uns überrascht, weil er deutlich schneller kam als erwartet«, erläutert Torsten Wiesinger, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb von IDS. »Schon im Februar 2010 waren wir wieder auf dem Umsatzniveau, das wir vor der Krise hatten. Der Umsatz bis August lag dann um 60 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.«

Allerdings bringt der unerwartet schnelle wirtschaftliche Aufschwung auch Probleme mit sich, namentlich eine Verknappung und damit auch Verteuerung bestimmter elektronischer Bauelemente. »Konnte man vor der Krise noch in Lieferwochen rechnen, werden wir jetzt bei bestimmten Bauteilen mit Liefermonaten vertröstet«, sagt Michael Noffz, Leiter Marketing von Silicon Software.

Mehr zum Thema lesen Sie im Schwerpunkt Bildverarbeitung in Ausgabe 41/2010 der Markt&Technik.