OSWALD Elektromotoren Deutscher Umweltpreis für Effizienz-Revolution

Die Machbarkeit und Perspektiven neuer Technologien erkennen und die Produkte erfolgreich im Markt platzieren, das sind die Stärken von Bernhard (l.) und Johannes Oswald.
Die Machbarkeit und Perspektiven neuer Technologien erkennen und die Produkte erfolgreich im Markt platzieren, das sind die Stärken von Bernhard (l.) und Johannes Oswald.

Sie haben mit Torquemotoren einer »Revolution in der Antriebstechnik zum Durchbruch verholfen.«

Bis zu 2 GWh Strom lassen sich pro Jahr durch den Einsatz von Torquemotoren laut Johannes Oswald sparen. Ein anderes Beispiel: Ein moderner Fischkutter mit hybriden Antrieb und Torquemotor verbraucht weniger als 30 Prozent des Kraftstoffs eines herkömmlichen Fischkutters. Für diese stille Revolution – die meisten Menschen spüren die Verbesserung nicht unmittelbar – erhielten Johannes (56) und Bernhard Oswald (86), Gesellschafter und Geschäftsführer der in Miltenberg ansässigen OSWALD Elektromotoren, den Deutschen Umweltpreis und ein Preisgeld in Höhe von 245.000 Euro.

»Als Motoren einer umweltentlastenden Innovation stehen sie für die kleinen und mittleren Familienunternehmen, denen für den Wirtschaftsstandort Deutschland eine überragende Bedeutung zukommt«, erklärte Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), in seiner Laudation zur die Verleihung des Deutschen Umweltpreises 2017.

Johannes und Bernhard Oswald hätten als erste Machbarkeit und Perspektiven einer neuen Technologie erkannt und die Produkte erfolgreich im Markt platziert. Die Torquemotoren ohne Getriebe von OSWALD haben die Energieeffizienz und Produktivität deutlich erhöht und kommen beispielsweise in Zerkleinerern und Pressen zum Einsatz.  

Supraleitung: Die nächste Revolution schon im Visier

Mit der Hochtemperatur-Supraleiter-Technik (HTS) hat OSWALD sich schon seit einigen Jahren eines weiteren vielversprechenden Themas für die Zukunft angenommen. Mit supraleitenden Bändern ausgestattete Motoren können zukünftig noch viel kompaktere, leichtere und leistungsdichtere Antriebe gebaut werden. Mit ihnen ließe sich der Wirkungsgrad in Maschinen wie Pressen noch einmal deutlich steigern, auch in Schiffen könnten sie die Umweltverträglichkeit deutlich steigern.

Eine weitere Zukunftsvision: Hybride Verkehrsflugzeuge mit supraleitenden Synchronmotoren anzutreiben, um deren Energieverbrauch drastisch zu senken. Dieser völlig neuen Anwendung für Elektromotoren widmet sich die Firma OSWALD unter Federführung des OSWALD-Physikers Thomas Reis zusammen mit anderen führenden Firmen in einem von der Europäischen Union geförderten Forschungsprojekt.