M2M im lizenzierten Spektrum Der Kampf um die IoT-Vernetzung

Dominikus Hierl, Quecktel: »Ob 1800, 900, 850, 800 MHz, ob CAT1, 2G, 3G, LTE, 5G oder was immer, wir können mit unseren Module alle Kombinationen abdecken, das ist unser großer Vorteil. Wenn die Anwender es wollen, können wir auch SIM-Karten einsetzen.«
Dominikus Hierl, Quecktel: »Ob 1800, 900, 850, 800 MHz, ob CAT1, 2G, 3G, LTE, 5G oder was immer, wir können mit unseren Module alle Kombinationen abdecken, das ist unser großer Vorteil. Wenn die Anwender es wollen, können wir auch SIM-Karten einsetzen.«

Auf NB-IoT im lizenzierten Frequenzspektrum setzt die chinesische Quectel – und will damit zum weltweit führenden M2M-Modulhersteller aufsteigen. Wie das gelingen soll, erklärt Dominikus Hierl, Sales VP EMEA von Quectel.

Über mangelnden Wettbewerb kann sich Quectel jedenfalls nicht beklagen. Firmen wie Gemalto, Telit und Sierra Wireless sind im Markt für LPWAN-Module aktiv und dürften zwischen 17 und 19 Mio. Module pro Jahr verkaufen. Gerade hat u-Blox die chinesische Firma SIMCom Wireless für 52,5 Mio. Dollar gekauft, die ebenfalls auf rund 17 Mio. Module pro Jahr kommen dürfte. Zusammen mit den 10 Mio. Modulen, die u-Blox produziert, entsteht jetzt der weltweit größte Hersteller.

Unter den Chipfirmen, auf Basis deren ICs die Hersteller wie Quectel ihre Module aufbauen, zählen Intel und Qualcomm zu den größten. Um das eigene Equipment speziell für NB-IoT zu optimieren und eine starke Stellung im Markt für NB-IoT zu gewinnen, hatte deshalb Huawei 2014 die Firma Neul in Großbritannien übernommen, die Pionierarbeit auf dem Gebiet der Entwicklung von NB-IoT-Chips geleistet hat.

Bisher haben sich allerdings im LPWAN-Markt Firmen einen Vorsprung herausgearbeitet, die im unlizenzierten Spektrum aktiv sind. Allen voran sind hier die LoRa-Allianz und Sigfox recht erfolgreich tätig.

Trotz dieses wettbewerbsintensiven Umfelds hat sich Quectel die Ziele hoch gesteckt. Nicht weniger als zum weltweiten Marktführer für M2M-Produkte aufzusteigen, hat sich der chinesische Hersteller vorgenommen. Dabei konzentriert sich Quectel ausschließlich auf die Module für den Einsatz im lizenzierten Spektrum. Und das Unternehmen mit Sitz in Shanghai und einem Entwicklungsstandort in Hefei, 350 km von Shanghai entfernt, das derzeit rund 350 Mitarbeiter beschäftigt, ist auf einem guten Weg: Der Umsatz ist kräftig gewachsen und auch was die gefertigten Stückzahlen betrifft, liegt Quectel mit den führenden Wettbewerbern zumindest auf Augenhöhe.

Seit Oktober vergangenen Jahres hat Dominikus Hierl die Position des Sales VP EMEA übernommen und er freut sich, dass Quectel auch hierzulande auf einem schnellen Wachstumskurs ist. Als einen großen Vorteil sieht Hierl an, dass Quectel in China fertigt und deshalb sehr kostengünstig anbieten könnte. Die OPEX-Kosten liegen nach seinen Worten bei einem Bruchteill dessen, was bei Wettbewerbern mit Fertigungen außerhalb Chinas anfiele.

Doch zurück zu NB-IoT: Dadurch dass es der 3GPP gelungen sei, Mitte des vergangenen Jahres den NB-IoT-Standard weitgehend festzulegen, sieht er jetzt einen starken Druck, in Richtung NB-IoT zu gehen. Vodafone etwa wolle bis Ende dieses Quartals in Spanien schon live gehen. Zwar gibt er zu, dass sich ISM-Ansätze wie LoRa und Sigfox einen Vorsprung herausgearbeitet haben, jetzt sei aber zu erkennen, dass sich die Netzbetreiber sehr stark für die zellulären Systeme interessierten.