European Machine Vision Association EMVA BV-Technik zunehmend embedded

Thomas Lübkemeier, EMVA: »Die Endanwender von Bildverarbeitungstechnik brauchen anpassungsfähige, selbstlernende Systeme mit standardisierten Schnittstellen.«
Thomas Lübkemeier, EMVA: »Die Endanwender von Bildverarbeitungstechnik brauchen anpassungsfähige, selbstlernende Systeme mit standardisierten Schnittstellen.«

Der Markt für Bildverarbeitungstechnik befindet sich weiterhin im Aufwind, wobei die Nachfrage nicht-industrieller Branchen nach wie vor schneller wächst als die der Industrie. Immer mehr industrielle Bildverarbeitungssysteme sind »Embedded Systems« oder fungieren als »Augen« von Robotern.

Der Bedarf an Bildverarbeitungslösungen im industriellen Sektor ist auf einem hohen Niveau und wächst nach wie vor. Noch höhere Wachstumsraten zeigen sich aber im weiten Feld nicht-industrieller Anwendungen. Aus diesem Grund werden sich die Gewichte mittelfristig verschieben. Aber auch hier gibt es gegenläufige Tendenzen, etwa durch Substitution traditioneller Verfahren zur Qualitätssicherung (KMM) durch Inline-Messtechnik auf Bildverarbeitungs-Basis. Hier eröffnet sich ein zusätzlicher großer Wachstumsbereich in den industriellen Anwendungen. Impulse für den europäischen Bildverarbeitungsmarkt kommen trotz des aktuellen Niveaus der etablierten fertigungsnahen Märkte hauptsächlich aus neuen Absatzfeldern wie Intelligent Traffic Systems (ITS), Medizin sowie Überwachungs- und Beobachtungsaufgaben im weiteren Sinne, etwa in Sport, Marketing und Entertainment.

Nach aktuellen EMVA-Zahlen wird der europäische Bildverarbeitungsmarkt das Jahr 2014 mit einem Wachstum von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr beschließen, und für 2015 erwarten wir eine Fortführung dieses positiven Trends. Den Beleg dafür liefert die neue EMVA-Marktdatenerhebung, die für das zweite und dritte Quartal 2014 erstmals valide Zahlen geliefert hat. Die quartalsweise Erhebung kumuliert aktuelle und vergangene Umsätze pro Produktkategorie sowie die Umsatzerwartung der teilnehmenden Unternehmen. Im Gegensatz zu früheren Befragungen nach Industrieumsätzen werden nun die gesamten Umsätze im Marktgebiet Europa erhoben. Seit dem Wechsel der Erhebungsart kooperiert die EMVA mit dem Schwesterverband AIA in Nordamerika: Alle teilnehmenden Unternehmen bekommen automatisch auch die aktuellen Zahlen für den nordamerikanischen Vision-Markt.

Das Bestreben nach Standardisierung hat sich für die Branche selbst und vor allem für ihre Kunden und Endanwender als großer Nutzen erwiesen. So lassen sich heute Geräte unterschiedlichster Hersteller problemlos kombinieren; massentaugliche Schnittstellen senken die Kosten, während zugleich Schnittstellen für Highend-Applikationen immer ausgefeilter werden. Die EMVA hostet den inzwischen in fast allen Geräten verwendeten Software-Standard GenICam und treibt die Standardisierung gemeinsam mit ihren internationalen Partnern weiter voran, etwa beim anstehenden International Vision Standards Meeting in London im kommenden Frühjahr.