Mobile Automatisierung Bosch Rexroth baut bis zu 1150 Arbeitsplätze ab

Bis Ende 2018 will Bosch Rexroth in seinem Bereich Mobile Anwendungen bis zu 1150 Stellen an sechs deutschen Standorten streichen. Ziel der angestrebten Sanierung ist es, mit einer Kostensenkung von 450 Mio. Euro die Zukunftsfähigkeit des Bereichs nachhaltig zu sichern.

Im Zuge der Sanierung will das Unternehmen Überkapazitäten reduzieren, die Effizienz steigern und gleichzeitig zukünftiges Wachstum erleichtern. Vom Arbeitsplatzabbau betroffen sind die sechs deutschen Standorte Augsfeld, Elchingen, Homburg, Horb, Lohr und Schwieberdingen. Der Stellenabbau soll so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden, unter anderem durch Abfindungen, Altersteilzeit oder die Vermittlung von Mitarbeitern an andere Standorte innerhalb der Bosch-Gruppe. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden.

Darüber hinaus will Bosch Rexroth, um den Produktbereich Mobile Anwendungen zu sanieren und die gewünschten Kostensenkungen zu erreichen, weitere Maßnahmen umsetzen: So werden einfachere Arbeitsabläufe eingeführt und kostengünstigere Werke außerhalb Deutschlands verstärkt genutzt. Zudem möchte das Unternehmen Fertigungsprozesse flexibler gestalten, damit es besser auf die immer stärker schwankende Nachfrage reagieren kann. Auch die Vertriebsprozesse sollen flexibler werden, um auf Anforderungen von Kunden schneller eingehen zu können. Gleichzeitig will das Unternehmen in die Entwicklung neuer Produkte investieren.

Bosch Rexroth sieht sich als führenden Zulieferer für mobile Anwendungen wie Bagger, Radlader, Gabelstapler, Traktoren oder Erntemaschinen. »Die Nachfrage ist weltweit seit Jahren rückläufig, und die Hersteller dieser Maschinen reduzieren ihre Kapazitäten, verlagern Werke in kostengünstigere Länder oder schließen sie ganz«, verlautete aus dem Unternehmen. »Verschärfend kommt hinzu, dass in China der Absatz von Baumaschinen weiter eingebrochen ist, im ersten Halbjahr 2015 um mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.«

Langfristig seien die Zielmärkte für den Bereich Mobile Anwendungen weiterhin attraktiv. »Aber wir müssen jetzt auf die strukturellen Veränderungen der Märkte reagieren, um den Produktbereich für die Zukunft zu sichern und auf den Wachstumspfad zurückzukehren«, erläutert Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender von Bosch Rexroth, die Kombination aus Kostensenkung, Investitionen in neue Produkte und die Neuausrichtung der Vertriebsstrukturen.