Einfachheit steht im Vordergrund Bedienen und Beobachten in der Industrie wird leichter und flexibler

Elske Meyer, Siemens Industry Automation: »Momentan fragen noch nicht allzu viele Anwender in der industriellen Automatisierung konkret nach Multitouch-HMI-Systemen.«
Elske Meyer, Siemens: »Mobile HMI-Geräte mit Wireless-Verbindung liegen im Trend.«

Multitouch-Bedienung, Display-Format 16:9, mobile HMI-Geräte mit Drahtlos-Verbindung, Touch-Displays mit haptischer Rückmeldung - in der industriellen Visualisierungs- und Bedientechnik tut sich einiges. Hinter all den Trends steht ein zentrales Anliegen: die Vereinfachung für den Anwender.

»Neben Multitouch-Bedienung und dem Wunsch der Anwender nach ergonomischen und intuitiven Bedienmöglichkeiten sehen wir einen starken Trend zu 16:9-formatigen Displays«, erläutert Bertram Schilling, Field Application Engineer Prime Cube bei MSC Tuttlingen. »Viele Display-Hersteller produzieren nämlich aufgrund kostengünstigerer Fertigungsmöglichkeiten zunehmend 16:9-formatige Bildschirme.« Elske Meyer, Leiterin Marketing und Promotion Simatic PC-based Automation bei Siemens Industry Automation, bestätigt dies: »Bei den HMI-Geräten steigt die Nachfrage nach Widescreen-Displays mit großem Ablesewinkel, hoher Pixeldichte und Brillanz sowie Dimmbarkeit«, führt sie aus. »Wir haben solche Produkte bereits im Angebot, etwa die ‚Simatic Comfort Panels’ und die ‚Nanopanel PCs’ auf Basis des Atom-Prozessors von Intel.«

Laut Ralf Nebel, bei Ultratronik verantwortlich für den technischen Support im Bereich HMI, »werden Consumer-Features zunehmend in die industrielle HMI-Technik übernommen, etwa Bedienkonzepte und Gesten aus der Smartphone- und Pad-Welt«. Als weiteren Trend betrachtet er die Portabilität des HMI-Systems: »Tragbare Lösungen, die eine Bedienung quasi ‚am Mann’ ermöglichen, sind gefragt«, sagt er. Elske Meyer pflichtet ihm bei: »Mobile HMI-Geräte mit Wireless-Verbindung wie unsere ‚Simatic Mobile Panels’ mit WLAN liegen im Trend«, führt sie aus.

Eine Entwicklung zu offenen Systemen, die eine Individualisierung von Funktionen zulassen, zeigt sich laut Michael Klein, Global Product Manager bei Beijer Electronics: »Als Beispiel sei die Möglichkeit des Skripting genannt: Ein Projektentwickler kann bereits vorhandene HMI-Funktionen modifizieren oder eigene hinzufügen«, sagt er. »Dies erhöht die eigene Wettbewerbsfähigkeit, weil Projektkopien nahezu unmöglich werden und das eigene Know-how im Hause bleibt.«

Ein »weicher«, aber nicht zu unterschätzender Faktor ist das Design, verbunden mit Klarheit und Übersichtlichkeit: »Die Anwender legen immer mehr Wert auf klare, intuitive Bedienbarkeit«, betont Michael Klein. »Dies rührt nicht zuletzt von modernen Oberflächen her, wie sie von Smartphones oder Spielkonsolen bekannt sind und längst zum Alltag gehören. Eine Bedienumgebung soll nicht nur funktionell und rational, sondern auch ‚stylisch’ daherkommen.« Elske Meyer hat Ähnliches beobachtet: »Maschinenhersteller und Endanwender achten vermehrt auf ein einheitliches Design der diversen Bediengeräte in einer Anlage«, führt sie aus. »Wir werden daher unsere künftigen HMI-Geräte mit denselben Fronten ausstatten wie die seit kurzem verfügbaren ‚Comfort Panels’.«