Comos Industry Solutions Bald vollständig in Siemens integriert

Anton S. Huber, Siemens: »Die Integration der einzelnen Software-Produkte erfolgt über die Zusammenarbeit mit Lead-Kunden.«

Eineinhalb Jahre nach der Übernahme des Software-Herstellers Innotec (jetzt Comos Industry Solutions) durch Siemens wird das bisher als hundertprozentige Tochtergesellschaft geführte Unternehmen demnächst vollständig in den Konzern eingegliedert.

Auch die Integration des Life-Cycle-Asset-Information-Management-Systems »Comos« in die Siemens-Produktpalette ist schon weit vorangeschritten.

Eingefügt wird Comos Industry Solutions in die Business Unit »Automation Systems« (AS) der Siemens-Division Industry Automation. »Comos ist in erster Linie ein Engineering-System für die Prozessindustrie, und in AS ist auch unser Prozessleitsystem PCS7 angesiedelt«, erläutert Anton S. Huber, CEO der Siemens-Division Industry Automation. Comos Industry Solutions wird also nicht Teil der Business Unit »Siemens PLM Software«, die dem vor knapp drei Jahren übernommenen US-Unternehmen UGS entspricht: »Siemens PLM Software ist als separate Business Unit in den USA mit eigener Legal Entity organisiert«, verdeutlicht Huber. »Comos, die PLM-Programme NX und Teamcenter sowie die Siemens-MES-Software werden aber über ein und denselben Software-Vertriebskanal angeboten.«

Weit gediehen ist auch das Zusammenspiel von »Comos« mit der PLM- und MES-Software von Siemens (Product Lifecycle Management / Manufacturing Execution Systems): »Die Integration der einzelnen Software-Produkte erfolgt über die Zusammenarbeit mit Lead-Kunden«, führt Huber aus. »Die Business Units machen gemeinsame Geschäfte und stellen die Integration sicher, wobei sie darauf achten, dass die Vorgaben in punkto gemeinsames Engineering und Totally Integrated Automation eingehalten werden.« Eine Verschmelzung der Software-Produkte ist nicht geplant: »Sie sind aber bereits mit den entsprechenden Schnittstellen ausgestattet, damit sie in Gesamtlösungen für die Digitale Fabrik miteinander harmonieren können«, betont Andreas Geiss, COO von Comos Industry Solutions.

Weitreichende Folgen hatte die Integration von »Comos« in das Siemens-Portfolio für die kurz vor der Innotec-Übernahme bei Siemens entwickelte, auf Fertigungs- und hybride Industrien zugeschnittene Engineering-Software »Simatic Automation Designer« (SAD): »Der SAD wurde quasi auf die Comos-Plattform gesetzt, so dass er jetzt vollständig auf ihr beruht«, legt Geiss dar. »Nicht von ungefähr heißt die neue Version des SAD, die voraussichtlich im Juni 2010 eingeführt wird, 'Simatic Automation Designer based on Comos 9.1’. Zunächst wird die Neuauflage in der Automobilindustrie, künftig aber auch in anderen Branchen der Fertigungsindustrie sowie in Förderanlagen Einzug halten.«