Jahresbilanz B&R auch 2013 erfolgreich

Hans Wimmer, B&R: »Die Serie im Maschinen- und Anlagenbau gibt es nicht mehr; jede Maschine ist individuell und ein Unikat.«

Mit voraussichtlich 10 bis 11 Prozent Umsatzplus wird der Automatisierer B&R Industrie-Elektronik sein Ziel, jährlich um 15 Prozent zu wachsen, in diesem Jahr knapp verfehlen.

Angesichts der »schwarzen Null«, die der ZVEI-Fachbereich Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen für seine Branche vorhersagt, kann sich dieses Ergebnis jedoch sehen lassen. Insgesamt erwartet B&R-Geschäftsführer Hans Wimmer für 2013 etwa 475 Mio. Euro Umsatz nach 430 Mio. im Vorjahr: »Angesichts der Rahmenbedingungen ist das ein respektables und stolzes Resultat«, kommentiert er.

Im Jahr 2012 war der Energiesektor die einzige Kundenbranche, in der das Unternehmen einen Umsatzrückgang verbuchte: Wegen der Flaute bei den erneuerbaren Energien betrug das Minus hier 22 Prozent. Wachstum erzielte B&R gleichzeitig in der Kunststoffindustrie (+5 Prozent), in der Nahrungs- und Getränkeindustrie (+14 Prozent), in der Papierverarbeitungs- und Druckindustrie (+4 Prozent), in der Metallverarbeitungsindustrie (+12 Prozent) und in der Handling/Robotik-Branche (+17 Prozent).

Als einen der Gründe für den stetigen Aufwärtstrend betrachtet Hans Wimmer die günstige Kundenentwicklung: »Wer einmal B&R-Kunde ist, bleibt in der Regel B&R-Kunde; die meisten Bestandskunden sind langjährige Kunden«, führt er aus. Zudem steige die Zahl der Neukunden: Im Jahr 2012 seien etwa 300 Unternehmen als Kunden hinzugekommen, im laufenden Jahr rechne er mit etwa 350.

Von den 430 Mio. Euro Umsatz des Jahres 2012 erwirtschaftete B&R 137 Mio. mit Industrie-PCs, 130 Mio. mit Steuerungssystemen (einschließlich der X20/X67-Systeme), 115 Mio. mit Antrieben, 15 Mio. mit Software, 15 Mio. mit Leittechnik und 18 Mio. mit Service. Zum Jahresende 2012 beschäftigte das Unternehmen insgesamt etwa 2400 Mitarbeiter.

Nach Regionen gliedert sich B&Rs Umsatz folgendermaßen: Den Großteil, nämlich 65 Prozent, erzielt das Unternehmen nach wie vor in Europa, Nordamerika schlägt mit 16 und Asien mit 17 Prozent zu Buche, die restlichen 2 Prozent verteilen sich weltweit.

Auf der SPS IPC Drives will B&R vor allem das Thema »nahtlose Skalierbarkeit« in den Vordergrund stellen, und zwar unter dem Motto »Scalability+«. Hans Wimmer verweist dazu auf aktuelle Trends in den Kundenbranchen: »Die Serie im Maschinen- und Anlagenbau gibt es nicht mehr; jede Maschine ist individuell und ein Unikat«, sagt er. »Maschinen und Anlagen müssen sehr genau an die Erwartungen der Endkunden angepasst werden. Auch auf regionale Marktanforderungen müssen Maschinen- und Anlagenbauer flexibel reagieren.« Systembrüche in der Automatisierungstechnik dürfe es somit nicht mehr geben.

B&R will daher auf der Messe die Durchgängigkeit seines Produktangebots betonen - sowohl auf der Hardware- als auch auf der Software-Seite: »Unsere Software-Suite 'Automation Studio‘ integriert alle Disziplinen der Automatisierung, IT-Technik, Kommunikation und Visualisierung in einem System«, erläutert Hans Wimmer. Das Motto »Scalability+« soll das reibungslose Zusammenspiel aller Produkte aus dem B&R-Sortiment - laut Wimmer mehrere tausend Hardware- und Software-Optionen - veranschaulichen. Für Maschinenhersteller ergibt sich daraus der Vorteil, dass Automatisierungs-Systeme und -Komponenten auch während eines laufenden Entwicklungsprojekts nach oben und unten skaliert werden können, ohne dass der bisherige Stand des Projekts obsolet wird.