VDMA Elektrische Automation Automatisierung rauf, Maschinenbau seitwärts

Dr. Ralph Wiechers, VDMA: »Trotz hoffnungsvollem Start kommt der Maschinenbau auch 2014 nur schwer in Gang.«
Dr. Ralph Wiechers, VDMA: »Trotz hoffnungsvollem Start kommt der Maschinenbau auch 2014 nur schwer in Gang.«

Die Automatisierungsbranche befindet sich im Aufwind: Für das Jahr 2014 erwartet der VDMA-Fachverband Elektrische Automation ein Wachstum des Umsatzes von 6 und des Auftragseingangs von 7 Prozent. In seiner Kernbranche, dem Maschinenbau, sieht der VDMA allerdings Stagnation.

»Der Aufwärtstrend in der VDMA-Branche Elektrische Automation hat sich im Laufe des Jahres 2014 gefestigt«, erläuterte Herbert Wegmann, Vorstandsvorsitzender des Fachverbands und Leiter des Bereichs PD PA CI von Siemens, auf der VDMA-Pressekonferenz zur SPS IPC Drives. »Auftragseingang und Umsatz liegen im Plus, besonders die Auslandsmärkte und hier sowohl Euro- als auch Nicht-Euro-Länder tragen dazu maßgeblich bei. Auch für das kommende Jahr 2015 sehen wir einen Umsatzanstieg: Wir gehen von plus 3 Prozent aus.«

Nicht ganz so rosig sind die Aussichten beim Maschinenbau als Kernbranche des VDMA: »Der Maschinenbau kommt trotz hoffnungsvollem Start auch 2014 nur schwer in Gang«, sagte Dr. Ralph Wiechers, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft und Statistik des Verbands. »Damit verzeichnet die Branche nun schon das dritte Jahr in Folge eine insgesamt lustlose Seitwärtsbewegung von Produktion, Umsatz und auch Export.« Zur Begründung verwies er auf das wirtschaftliche und politische Umfeld: »Politische Konflikte mit Russland, der Krieg im arabischen Raum und Zweifel an der Reformfähigkeit wichtiger europäischer Länder schüren die Unsicherheit der Investoren. Die Neubewertung der sogenannten Emerging Markets dämpft die wirtschaftliche Dynamik. Und in Deutschland fehlen klare investitionsfreundliche Weichenstellungen.« Der fehlende Rückenwind von der Konjunktur dürfe jedoch nicht den Blick verstellen für eine nach wie vor gute Branchen-Performance.

Als eines seiner Schwerpunktthemen für die nächsten Jahre betrachtet der VDMA weiterhin Industrie 4.0: »Unsere Aufgabe in der Initiative 'Plattform Industrie 4.0‘ ist es, die Anforderungen aus dem Maschinen- und Anlagenbau im Kontext Industrie 4.0 bereitzustellen und in die Arbeitsgruppen der Plattform einzubringen«, betonte Herbert Wegmann. Laut seinem Siemens-Kollegen Prof. Dieter Wegener, Vice President und Coordinator »Industrie 4.0« in der Digital Factory Division des Unternehmens, eröffnet die vierte industrielle Revolution »attraktive Chancen« für deutsche Industrieunternehmen: »Die Entwicklung hin zu einer Industrie 4.0 kann dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Industriestandorts Deutschland im Zeitalter der Digitalisierung nachhaltig zu stärken«, führte er aus.

Zu bedenken gab Wegener aber, dass »der Weg hin zu Industrie 4.0 für die meisten Unternehmen über einen mehrjährigen Transformationsprozess verlaufen wird, an dessen Ende eine signifikant veränderte Wertschöpfungskette steht«. Der Aufbau von Industrie-4.0-Lösungen erfordere hohe Investitionen, wobei »der wirtschaftliche Nutzen und mögliche Wettbewerbsvorteile immer kritisch überprüft werden« müssten.

SPS IPC Drives: Halle 3, Stand 619