Komplementär ABB übernimmt B&R

Mit der Übernahme will ABB seine Rolle in der Industrie 4.0 und sein Digitalangebot ausbauen sowie eine historische Lücke in der Maschinen- und Fabrikautomatisierung schließen.

Denn die Anwendungs- und Software-Plattformen von B&R, die weit verbreitet seien und den Kunden Zugang zu maßgeschneiderten Automatisierungssystemen böten, ergänzten das eigene Digitalangebot „ABB Ability“.

»Diese Transaktion ist ein wahrer Meilenstein für ABB, weil B&R die historische Lücke in ABBs Automatisierungsangebot schließt. Künftig werden wir das einzige Unternehmen sein, das seinen Industrieautomationskunden das gesamte Spektrum an Technologie- und Software-Lösungen rund um Mess- und Steuerungssysteme, Antriebe, Robotik, Digitalisierung sowie Elektrifizierung anbietet«, sagt Ulrich Spiesshofer, CEO von ABB. »Mit unserem Digitalangebot und unserer installierten Basis mit mehr als 70 Millionen verbundenen Geräten, 70.000 Steuerungssystemen und jetzt mehr als 3 Millionen automatisierten Maschinen und 27.00 Fabrikinstallationen ermöglichen wir es unseren Kunden weltweit, die enormen Chancen der Vierten Industriellen Revolution zu ergreifen.«

Über den Kaufpreis schwiegen sich ABB und B&R aus, er bewege sich in Rahmen der in der Branche üblichen Bewertungen.

Die Gründer werden die Integrationsphase als Berater unterstützen. Der Hauptsitz von B&R in Eggelsberg in Österreich wird ABBs globales Zentrum für Maschinen- und Fabrikautomation.

Mit einer durchschnittlichen jährlichen Umsatzsteigerung von rund elf Prozent ist B&R in den vergangenen zwei Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen. Der Umsatz hat sich alleine seit dem Jahr 2000 mehr als verfünffacht. Die globale Kundenbasis ist rasant auf mittlerweile mehr als 4000 Maschinenbauer gewachsen. B&R ist in den letzten Jahren dazu übergegangen, Endkunden wie Nestle oder BMW direkt mit Fabrikautomationsgeräten und Software zu beliefern.

B&R investiert mehr als 10 Prozent des Umsatzes in Forschung & Entwicklung und beschäftigt mehr als 1000 Mitarbeiter in diesem Bereich und in der Anwendungsentwicklung. ABB investiert jährlich 1,5 Milliarden US-Dollar in F&E und beschäftigt rund 30.000 Forscher, Entwickler und Anwendungsingenieure. Beide Unternehmen planen auch in Zukunft umfangreiche Investitionen in Forschung und Entwicklung.