»Made in Bavaria« muss nicht teuer sein

Obwohl der Messtechnik-Hersteller BMC Messsysteme GmbH in Maisach bei München nur 15 Mitarbeiter hat, bietet er eine große Produktvielfalt. Das Unternehmen zeigt, dass es möglich ist, USB-Messtechnik der 50-Euro-Klasse in Deutschland zu produzieren

Eine ISA-Messkarte und die DOS-gestützte Messsoftware »NextView DOS« waren die ersten Produkte des 1994 gegründeten Messtechnik-Herstellers BMC Messsysteme. 14 Jahre sind seither vergangen, ohne dass bmcm seine ISA-Messkarten wegen mangelnder Nachfrage aus dem Programm hätte nehmen müssen. Auch die Software »NextView« ist ein Dauerbrenner, allerdings längst nicht mehr auf DOS-, sondern auf Windows-2000/XP/Vista-Basis.

Seit den Anfängen 1994 haben die Entwickler von bmcm jedoch das Produktangebot des Unternehmens kontinuierlich vergrößert: Nach und nach kamen Sensoren, Messverstärker, die nötige Anschlusstechnik, Messsysteme und weitere Software-Werkzeuge hinzu. Anwender können also mittlerweile komplette Messketten ausschließlich aus Erzeugnissen von bmcm erstellen. Die neueste Erweiterung der Produktpalette besteht in Embedded-PCs mit oder ohne Bildschirm, die für Mess- und Routing-Aufgaben ausgelegt sind und hauptsächlich in Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Über die Messtechnik hinaus entwickelt bmcm auch als Dienstleister spezielle Produkte (Design to Manufacturing, D2M), beispielsweise ABS-Simulations-Systeme für den Bremsenhersteller Knorr-Bremse, und produziert sie in Kleinserien ab 50 bis 100 Stück.

BMC Messsysteme entwickelt seine Produkte komplett selbst und baut sie auch selbst zusammen. Einzig und allein die Platinenbestückung ist an externe Dienstleister vergeben, die aber im Raum München ansässig sind. Die Produkte können also für sich in Anspruch nehmen, »Made in Bavaria« zu sein, wobei natürlich nicht alle Bauelemente in Bayern bzw. in Deutschland hergestellt sein können. Zumindest den Bauelemente-Einkauf hat bmcm allerdings im eigenen Haus belassen.