Low-Cost-Boardtester made in Germany

Reinhardt System- und Messelectronic hat einen Tester für elektronische Flachbaugruppen vorgestellt, der schon ab 15.000 Euro netto zu haben ist. Nach Firmenangaben ist er der kompakteste Incircuit- und Funktionstester auf dem Markt.

Selbst bei vollem Ausbau überschreitet der Nettopreis des Testsystems ATS-UKMFT 625 von Reinhardt System- und Messelectronic die 25.000-Euro-Marke nicht. Auch die Adapterkosten sind relativ gering: Sie liegen in der Regel unter 500 Euro. Das gleiche gilt für die Programmierkosten. Konstruiert ist das System auf der Basis des größeren ATS-KMFT 670, von dem bisher über 500 Exemplare einen Käufer gefunden haben. Die Software der beiden Modelle ist nahezu identisch und via USB-2.0-Schnittstelle von jedem Rechner aus bedienbar.

Das ATS-UKMFT 625 ist nur 275 x 450 x 320 mm groß und bietet eine Nutzfläche von 198 x 180 mm. Es lässt sich mit bis zu 192 Messkanälen ausstatten. »Vor allem in der Automobilindustrie, der Sensorik und einem großen Teil der Maschinensteuerung haben die nötigen Flachbaugruppen eine Größe, mit der das System problemlos zurechtkommt«, erläutert Peter Reinhardt, Inhaber und Geschäftsführer des Unternehmens. »Insgesamt sind nach unseren Marktuntersuchungen 70 bis 80 Prozent aller in Deutschland gefertigten elektronischen Flachbaugruppen mit dem System prüfbar.«

Programmieren lassen sich Incircuittests mit dem ATS-UKMFT 625 in der Regel vollautomatisch. Die einzige Voraussetzung dafür ist, dass die zur Leiterplattenerstellung notwendigen Gerberdaten und ein Schaltplan zur Verfügung stehen sowie eine Materialliste (BOM, Bill of Materials) als Liste oder als ASCII-File. Für den Funktionstest legt der Anwender als erstes die Betriebsspannung des Prüflings an und kontrolliert die Stromaufnahme und die Festspannungen innerhalb der Platine. Anschließend legt er die Eingangssignale (Spannungen, Ströme, Frequenzen, Impulse sowie serielle oder parallele Daten) an und misst sie unter Echtzeit-Bedingungen. Das System hat die Adaption in seiner Nutzfläche bereits integriert. Für jede neu zu prüfende Flachbaugruppe braucht der Techniker nur eine entsprechende, mit gefederten Kontaktstiften versehene Schublade einzusetzen, um dann einen Pinkontakttest, einen Kurzschluss-Unterbrechungstest und einen SMD-Lötfehlertest zum Erkennen von Lötfehlern an Fine-Pitch-ICs und Ball-Grid-Array-ICs durchzuführen. Alle Fehler, ob im Incircuit- oder Funktionstest, lassen sich auf dem Bildschirm des PCs grafisch darstellen.

Weil die Benutzeroberfläche des ATS-UKMFT 625 auf Windows XP beruht, ist die Eingabe kein Problem. Syntaxfehler treten nicht auf, und auch die allgemeinen Eingaben werden jedes Mal auf Plausibilität überprüft. Die Windows-Software erleichtert die Bedienung und erlaubt über das vorhandene Netzwerk auch die Kommunikation mit dezentralen Reparaturstationen oder Servern. So lassen sich alle gemessenen Parameter an den Serverrechner oder an dezentrale Reparaturstationen weitergeben, um entsprechende Reparaturen vorzunehmen, ohne das eigentliche Testsystem damit zu blockieren. Darüber hinaus ist es möglich, PIC-Prozessoren und Flash-RAMs während des Prüfprozesses zu programmieren, falls erforderlich Boundary Scan miteinzubinden oder Bussysteme wie CAN, Profibus, LIN, RS-232, USB 2.0 und Ethernet für den Test sowie für Stimuli- und Messgeräte zu nutzen. Die Energieaufnahme beträgt 120 W, und die mögliche Umgebungstemperatur liegt zwischen 15 und 30 °C. Dank seiner kompakten LSI-Technik erzeugt das System nur wenig Wärme und erlaubt lange Schaltzeiten, so dass die Ausfallrate gering ist. Die komplette Mess- und Stimulierungstechnik ist identisch mit der des ATS-KMFT 670.

Die Einsatzgebiete des ATS-UKMFT 625 reichen von der Sensor-, Automobil- und Kommunikationselektronik über die Mess- und Regeltechnik bis hin zu Großrechnern, Steuerungen und Baugruppen der allgemeinen Elektronikindustrie.

Auf der electronica vertreten ist Reinhardt System- und Messelectronic in Halle A1, Stand 401.