Effizientes Arbeiten im Projekt Linked to the Max

90 Prozent der Innovationen im Automobil werden heute durch die Elektrik/Elektronik realisiert. Die Integration dieser Entwicklungsleistungen in das Fahrzeug zusammen mit der Fertigung und der Händlerorganisation stellt in einer Produktlinie eine Herausforderung dar.

Effizientes Arbeiten im Projekt

90 Prozent der Innovationen im Automobil werden heute durch die Elektrik/Elektronik realisiert. Die Integration dieser Entwicklungsleistungen in das Fahrzeug zusammen mit der Fertigung und der Händlerorganisation stellt in einer Produktlinie eine Herausforderung dar.

Ein BMW 7er gilt als Technologieträger und Wegbereiter für Innovationen. Um diese auf die Straße zu bringen, sind in der Projektarbeit auch die organisatorischen und prozessualen Grundlagen zu schaffen. Die Produktlinie ist die ideale Organisationsform, um die ressortübergreifende Verantwortung für ein Fahrzeugprojekt zu tragen. Für die Prozesskette Elektrik/Elektronik bedeutet dies die Klammerfunktion von der Entwicklung, der Fertigung bis hin zum Service, aber ebenso von der Konzeptarbeit bis zur Integration ins Fahrzeug.

Produktlinienarbeit findet auf der Projektfläche statt

Die Arbeit an einem Fahrzeugprojekt kann mit einem Hausbau verglichen werden. Der Bauherr (Vorstand) beauftragt den Generalunternehmer GU (Produktlinienleiter) auf Basis der von seinen Strategen (Initialteam) erarbeiteten Vorgaben mit dem Hausbau. Auf diesen Vorgaben basierend, erarbeitet der GU mit den Architekten (E/E), den Bauingenieuren (Prozesskettenverantwortlichen, PV) zusammen mit seinen Prozesskettenpartnern ein stimmiges Konzept. Der Bauingenieur (PV) steuert mit seinen angeschlossenen Handwerksbetrieben (Fachbereiche, Technologien und Lieferanten) die einzelnen Gewerke gemäß der getroffenen Vereinbarungen hinsichtlich Funktion, Termin und Qualität. Für die Prozesskette E/E bedeutet dies eine Steuerung von mehr als 750 internen und externen Mitarbeitern und etwa 350 Lieferanten.

Die Projektarbeit auf der gemeinsamen Fläche in dem neu gestalteten Projekthaus ist ein wichtiger Faktor, um durch kurze Kommunikationswege die Vernetzung zu fördern. Dadurch lassen sich bereichsübergreifende Zielkonflikte frühzeitig erkennen und lösen, zudem wird der Abstimmungsaufwand bei der Entwicklung fahrzeugspezifischer Komponenten und Systeme reduziert.

Backbone-Strategie: gemeinsame Produktfamilie für 5er, 6er und 7er

Anders als bei der Entwicklung der aktuellen BMW 5er-, 6er- und 7er-Reihe sind in der jetzigen Produktlinie von Anfang an alle drei Fahrzeugmodelle zu einer gemeinsamen Produktfamilie zusammengefasst. Darüber hinaus wird eine Backbone-Strategie verfolgt, bei der für alle drei Fahrzeugmodelle ein Baukasten aus Gleich- und Synergieteilen, gleichen/synergetischen Konzepten sowie Prozessen definiert wird, um den Entwicklungsaufwand zu reduzieren und die Qualität zu erhöhen.

Der Backbone fungiert als größte gemeinsame Basis aus Teilen, Konzepten und Prozessen für alle Derivate der Produktlinie. Die unterschiedlichsten Themenfelder werden hierbei auf mögliche Synergien untersucht: Vom Fahrzeugkonzept über den Bauraum, die Fahrzeugelektronik bis hin zur Fertigung einzelner Fahrzeugkomponenten oder dem Service beim BMW-Händler. Das Ergebnis ist ein skalierbares Bordnetz über die komplette Modellpalette der Produktlinie.

Der Entwicklungsprozess kann vereinfacht in zwei große Phasen eingeteilt werden. In der ersten Phase beschäftigt man sich mit den Aspekten der Gestaltung. Hier finden die Architekturentwicklung und die Konzeptarbeit statt. Die zweite große Phase umspannt die Integrationsarbeit der Entwicklung, die Absicherung sowie Tests und die Verifikation.

Durch die konsequente Weiterentwicklung der E/E-Prozesslandkarte mit dem Schwerpunkt des Anforderungsmanagements ist die vollständige Erhebung, Bewertung und Plausibilisierung der Anforderungen hinsichtlich der Auswirkungen auf die technischen Lösungen und Kosten ermöglicht worden.

Implementierungsplanung als Schlüssel zur Qualitätssicherung

Die Ableitung der Anforderungen in eine stimmige und übergreifende Implementierungsplanung ermöglicht erst die Beherrschbarkeit der zunehmenden Vernetzung der verschiedenen Kundenfunktionen. Die Implementierungsplanung Stellt damit die Basis der Entwicklungsstufen vom ersten Prototyp bis hin zur letzten Bestätigungsbaugruppe dar. Das durchgängige Problemmanagement bis hin zum Lieferanten leistet seinen Beitrag zur notwendigen Transparenz zum Erreichen der geforderten Qualitätsziele.

Stephan Janouch, Elektronik automotive

Dipl.-Ing. (FH) Reiner Friedrich ist seit 1987 bei BMW in verschiedenen Funktionen tätig. Seit Oktober 2007 ist er Leiter „Elektrik/ Elektronik und Fahrerarbeitsplatz“.

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