Licht für alle Fälle

Keine Lampe ist so klein wie eine LED. Damit ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten und noch nie da gewesene Designfreiheiten. So ist die Leuchtdiode nicht länger auf die Existenz als...

Keine Lampe ist so klein wie eine LED. Damit ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten und noch nie da gewesene Designfreiheiten. So ist die Leuchtdiode nicht länger auf die Existenz als Indikatorlämpchen beschränkt, außer für Beleuchtungsanwendungen ist sie auch für interessante Effekte gut.

Alles andere als neu sind sie: Im Allgemeinen gilt 1962 als das Geburtsjahr der sichtbaren Leuchtdiode, in rot. Seitdem ist die Lichtausbeute von unter 0,1 lm/W auf über 100 lm/W gestiegen, und verschiedene Farben ermöglichen bunte Mischungen (Kasten »Halbleiter und Farben «). Nachdem (sichtbare) LEDs bis vor nicht allzu langer Zeit hauptsächlich als Statuslämpchen an Elektrogeräten dienten und in Siebensegment- und Punktmatrixanzeigen leuchteten, haben sich ihnen dank der relativ neuen Farbenvielfalt und der gestiegenen Lichtausbeute neue Anwendungsbereiche erschlossen. Dazu zählen neben der Allgemeinbeleuchtung (Bild 1) LCD-Hinterleuchtungen, Blitzlichter in Digitalkameras und RGB-Anzeigen.

Aufgrund des geringen Platzbedarfs lassen sich Beleuchtungen realisieren, die zuvor nur schwer oder gar nicht umzusetzen waren, wie beispielsweise die Beleuchtung einer Stufenkante oder des Handlaufs eines Treppengeländers. Bei diesen Anwendungen spielt nicht nur die geringe Größe der LEDs eine entscheidende Rolle, sondern auch die Tatsache, dass sie in Strahlrichtung keine Wärme abgeben. So ist es möglich, die Bauteile beispielsweise in Teppiche zu integrieren, sei es nun aus optischen Gründen oder um Fluchtwege zu markieren.

Das Fehlen des IR- und UV-Anteils im Licht revolutioniert sogar die Beleuchtung in Museen, denn UV-Strahlung bewirkt, dass die Farben der Gemälde verblassen. Als 1956 ein Besucher das wohl berühmteste aller Werke (Bild 2) mit einem Stein bewarf, schützte man die Mona Lisa hinter einer Glasscheibe in einer Galerie im Louvre gegen weitere Attacken.

Doch ihr Anblick, verfälscht durch die trübe Beleuchtung, welche darüber hinaus noch Reflexionen an der Scheibe verursachte, frustrierte die Besucher. Deshalb wurde eine spezielle LED-Beleuchtung entwickelt, deren Licht dem Tageslicht gleichkommt – allerdings ohne IR- und UV-Anteil. Mit einer definierten Abstrahlrichtung war es zudem möglich, die Reflexionen zu eliminieren. Scheibe und LED-Beleuchtung schützen Mona Lisa nun doppelt – vor Vandalismus und vor Verblassen.