LEDmanship – eine hohe Kunst #####

Eine High-Power-Leuchtdiode ist besonders bei Weißlichtemission ein komplexes elektro-optisches System, in dem viele »Stellschrauben« existieren, die der Entwickler von Beleuchtungssystemen kennen sollte. Dabei ist es aber gar nicht so einfach, ein Datenblatt bzw. eine Spezifikation richtig zu lesen und zu deuten.

Eine High-Power-Leuchtdiode ist besonders bei Weißlichtemission ein komplexes elektro-optisches System, in dem viele »Stellschrauben« existieren, die der Entwickler von Beleuchtungssystemen kennen sollte. Dabei ist es aber gar nicht so einfach, ein Datenblatt bzw. eine Spezifikation richtig zu lesen und zu deuten.

Das erste, was dem Entwickler eines LED-Beleuchtungssystems Aufschluss über die Brauchbarkeit einer bestimmten High-Power-Leuchtdiode für sein Design gibt, ist das Datenblatt oder die Produktspezifikation. Weil es für diese Dokumente aber nur teilweise Defacto-Standards gibt, fällt es oft schwer, sich einen raschen Überblick zu verschaffen. Allzu schnell vergleicht man Äpfel mit Birnen. Auf jeden Fall ist es wichtig, die diversen Fußnoten im Datenblatt zu studieren und ggf. fehlende Angaben beim Hersteller oder Distributor anzufordern. Nachfolgend ist aufgezeigt, welche Daten wichtig sind und welche davon oft fehlen oder unvollständig sind.

Lichtstrom

Die optische und elektrische Leistung sind gewissermaßen die »Aushängeschilder«, mit denen der LED-Hersteller auf das Produkt aufmerksam machen will. Trotzdem können die Interpretationsschwierigkeiten schon mit diesen ins Auge springenden Kenngrößen losgehen. Die optische Leistung – der in Lumen ausgedruckte Lichtstrom »optical flux« – wird in der Regel bei einem Gleichstrom von 350 mA gemessen und spezifiziert. Fast immer gibt der Hersteller vorzugsweise einen typischen Wert an. Dieser liegt aber oft erheblich über dem Mindestwert, der ebenfalls angegeben sein sollte. Außerdem ist der Wert nur aussagekräftig, wenn auch der Farbort spezifiziert ist.

Noch wichtiger aber ist die Angabe der Umgebungs- oder Grenzschichttemperatur. Denn wirklich aussagefähig ist nur die Angabe des Lichtstroms bei gegebener Grenzschichttemperatur (»junction temperature«). Liegt diese zum Beispiel bei 25 °C, benötigt der Entwickler die Korrekturfaktoren oder eine Kurve für höhere Temperaturen – bei denen der Lichtstrom allerdings geringer ist als bei Zimmertemperatur.