Fahrzeugelektronik im Fokus „Baden-Baden-Spezial 2006“ Kongressbericht: Elektronikkompetenz als Schlüsselfaktor

Die Bedeutung elektronischer Systeme im Automobil ist nach wie vor steigend. Im Rahmen der VDI-Tagung „Baden-Baden-Spezial 2006“ wurden verschiedene Bereiche durchleuchtet, wie Verbrauchs- und Emissionsreduzierung, Diagnose und Nutzfahrzeugelektronik, und die Innovationen gezeigt. Teil 1 des Berichts befasst sich mit dem einleitenden Plenarvortrag und der Themengruppe Licht & Sicht.

Fahrzeugelektronik im Fokus „Baden-Baden-Spezial 2006“, Teil 1

Die Bedeutung elektronischer Systeme im Automobil ist nach wie vor steigend. Im Rahmen der VDI-Tagung „Baden-Baden-Spezial 2006“ wurden verschiedene Bereiche durchleuchtet, wie Verbrauchs- und Emissionsreduzierung, Diagnose und Nutzfahrzeugelektronik, und die Innovationen gezeigt. Teil 1 des Berichts befasst sich mit dem einleitenden Plenarvortrag und der Themengruppe Licht & Sicht.

Mit 260 Teilnehmern und 22 Ausstellern konnte die diesjährige VDI-Tagung „Baden-Baden-Spezial 2006“ ca. 20 % mehr Besucher verzeichnen als in 2004. Ein Vortragsprogramm aktueller Themen garantierte allen Teilnehmern interessante Einblicke in die aktuellen Entwicklungen. Eine begleitende Ausstellung gab den Besuchern Gelegenheit, sich zu informieren. Exponate und praktische Vorführungen auf den Ausstellungsständen vermittelten den gegenwärtigen Stand der Technik.

„Elektronikkompetenz als Schlüsselfaktor für Innovationen im Kraftfahrzeug“: Dieses Leitmotiv des Plenarvortrages vermittelte den Tagungsteilnehmern ein aktuelles Bild des bisher realisierten Elektronikumfanges in modernen Kraftfahrzeugen, zeigte aber deutlich auf, wo derzeit Handlungsbedarf besteht. Prof. Dr. J. Leohold, Leiter der Konzernforschung der Volkswagen AG, erläuterte anhand einer Netzwerkkonstellation eines Mittelklassefahrzeuges (Bild 1), mit welchen Herausforderungen sich der Fahrzeughersteller beim Entwurf komplexer Systeme konfrontiert sieht. Der Komplexitätsgrad heutiger Fahrzeuge zeigt sich an vielen verschiedenen Einflussgrößen, die bei einer Systementwicklung zu beachten sind.

Das einfache Beispiel „Innenlichtsteuerung in einem Luxusfahrzeug Modelljahr 2002“ verdeutlichte, dass Komfort nicht umsonst zu bekommen ist. Bereits vergleichsweise einfache Anwendungen enthalten eine Vielzahl von Funktionen, die beim Endverbraucher einen hohen Stellenwert haben.

Deutlich festzustellen ist, dass die Anzahl der Fahrzeugsegmente weiter zunimmt – waren es 1987 noch neun Segmente, sind es 2005 bereits 40, wobei die einzelnen Segmente jedoch kleiner werden. Die Bedeutung einzelner Modelle nimmt ab, Produktfamilien nehmen deutlich zu und decken unterschiedliche Bedürfnis-Schwerpunkte ab. Nischen-Modelle addieren sich zum stagnierenden Gesamtvolumen.

Als Vision für die kommunikative Entwicklung der Automobile ist die Fahrzeugkommunikation zum sicheren, selbst-organisierenden Mobilitätssystem zu sehen. Der Trend hin zur Einbindung der Autos in die Kommunikations-Struktur des Informations-Zeitalters ist deutlich erkennbar. Hierbei spielt die Konsumelektronik als Treiber für personalisierte und lokalisierte Dienste und Kommunikationstechnik eine primäre Rolle.

Zwangsläufig werden sich die Car-to-Car-Kommunikation sowie die Kommunikation vom Fahrzeug zur Infrastruktur weiterentwickeln müssen, um dem Verkehrsinfarkt vorzubeugen. Wie kann aber nun die Gesellschaft den immer knapper und teurer werdenden Energieressourcen begegnen?

Hier ist zunächst die Effizienzsteigerung von Otto- und Dieselmotoren zu nennen, die weitere Kraftstoffeinsparungen verspricht: das Combined Combustion System (CCS) – die Konvergenz des Verbrennungsvorganges von Otto- und Dieselmotor (Bild 2) ist vielversprechend.

Weitere Ansätze, einen signifikanten Schritt in Richtung Kraftstoffeinsparung zu erreichen, liegen auch in den derzeit viel diskutierten Hybridkonzepten, die eine bis zu 25-prozentige Verbrauchsreduzierung zulassen (Bild 3). Zu guter Letzt enthält auch Wasserstoff als umweltfreundlicher Energieträger großes Potential. Trotz immenser technologischer Anstrengungen wird die industrielle Reife aber voraussichtlich erst 2020 erreicht werden.

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