»Wireless Congress 2008«: Bluetooth – noch viel zu erwarten

Zehn Jahre ist es her, als im Herbst 1998 die erste Version des Bluetooth-Funkstandards herauskam. Doch welche Zukunft hat diese Technologie? Hier einige wichtige Trends, die insbesondere auch auf dem diesjährigen Wireless Congress am 12. und 13. November in München zur Sprache kommen.

Gerade heute nutzt die mobile Welt mit UMTS-Handy oder Laptop die Bluetooth-Technologie nahezu selbstverständlich. Über 500 Mio. Bluetooth-Units wurden bis 2006 verkauft, bis zum Ende 2008 werden über 1,5 Mrd. Bluetooth-Geräte am Markt sein. Keine andere Consumertechnologie konnte ein ähnlich großes Wachstum in einer so kurzen Zeit erreichen. Bluetooth ist damit das bisher erfolgreichste kabellose Kommunikationsverfahren.

In der Bluetooth Special Interest Group (SIG) sind über 10.000 Mitglieder versammelt, die den Einsatz von Bluetooth aktiv unterstützen. Kaum eine andere Interessengruppe konnte in einer derart kurzen Zeit eine ähnliche Dynamik entwickeln. Gleichzeitig wird bei den Bluetooth-Chipherstellern ein Marktwachstum von rund 20 Prozent jährlich realisiert.

Bluetooth ist »State-of-the-Art«. Doch was macht Bluetooth so erfolgreich? Und warum hat Bluetooth auch weiterhin eine Existenzberechtigung, obwohl ständig neue Rekorde im Datendurchsatz erreicht werden – ist doch 1 Gbit/s derzeit der Benchmark? Und ist Bluetooth 3.0 schon in den Startlöchern? Und was verbirgt sich dahinter?

Das Geheimnis: Bluetooth hat von Anfang an einen etwas anderen Ansatz gewählt, als viele andere Funktechnologien. Schon zu Beginn stand der Wunsch, nicht nur eine Funk-Übertragungstechnologie anzubieten, sondern vielmehr ein skalierbares Verfahren zu schaffen, das Geräte unterschiedlicher Komplexität verbinden kann. Drei große Anwendungsgebiete standen dabei im Vordergrund: der Kabelersatz durch Funk, die Ad-hoc-Kommunikationsmöglichkeit und die Telefonie mit Audio-Übertragung.

Darüber hinaus war eine Kompatibilität zur konventionellen IP-Technologie, die im Büroalltag üblich ist, wichtig. Alle diese Anforderungen waren in dieser einen Technologie zu vereinen, was Bluetooth nicht unbedingt schlank, aber enorm leistungsfähig macht.

Bedeutende Bluetooth-Anwendungen

Fast jedes Mobiltelefon hat eine Bluetooth-Schnittstelle – doch wer benutzt sie wirklich? Diese Frage kann nicht abschließend beantwortet werden, aber der Markt von Bluetooth-Headsets, Autoradios, Navigationssystemen und Freisprecheinrichtungen zeigt sehr deutlich die Marschrichtung. Durch die differenzierte Nutzung der Bluetooth-Profile sind Kabel-Ersatzanwendungen für Embedded-Geräte der priorisierte Anwendungsfall. Ganz groß im Fokus der Konsumelektronik stehen dabei Mobiltelefone und Audiogeräte. In Zukunft werden auch noch Videogeräte und verstärkt die Automobiltechnik hinzukommen. Nicht zu unterschätzen sind industrielle Anwendungen, zum Beispiel in der Automatisierungstechnik oder der Sport- und Medizintechnik. Hier kann Bluetooth in vielen Problemfällen eine entsprechende Lösung anbieten.