WiMAX mit Milliarden-Investitionen weltweit

Das weltweit zweitgrößte Mobilfunkunternehmen Vodafone könnte mit seiner vorsichtigen Annäherung an den WiMAX-Standard ein Beispiel dafür sein, wie man sich ohne Gesichtsverlust eine Alternative zur UMTS-HSPA-LTE-Roadmap (Long Term Evolution) schafft.

Vodafone zeigt momentan, wie man die eigentlich "ungeliebte" Parallel-Technologie WiMAX doch zumindest so in das bestehende Angebotsspektrum einbauen könnte, dass man ohne Gesichtsverlust künftig sowohl UMTS-LTE wie auch WiMAX parallel nutzen kann.

Konkret baut Vodafone auf Malta ein WiMAX-Netz auf, sicher auch als "Versuchsballon", aber doch mit ernstzunehmendem Hintergrund: Wenn man eine Technologie selber benutzt, kann man von den Mitbewerbern damit nicht wirklich bekämpft werden, zumal Vodafone genügend finanzielle "Schwungmasse" besitzt, um bei Bedarf WiMAX rasch noch weiter auszubauen.

Das könnte durchaus der Fall sein, denn aktuelle Untersuchungen (Rethink Research) zeigen, dass die weltweiten WiMAX-Investitionen zwischen 2007 und 2012 rund 13 Mrd. Dollar betragen dürften. Hauptsächlich der 802.16e-Standard und dessen High-speed-Nachfolger 802.16m sind die Technologien, in die das Geld fließt.

Hinter diesen Investitionen stehen überwiegend die kleineren Netzbetreiber, die die LTE-Alternative WiMAX aufbauen, während die "großen Mobilfunker" wie Vodafone das Schwergewicht der Ausgaben nach wie vor in den UMTS-LTE-Sektor fließen lassen. Dennoch kommen auch sie nicht an WiMAX vorbei, und so lässt man sich mit einigen Installationen weltweit auch dieses "Alternativ-Türchen" offen.

Vor einigen Monaten hat übrigens auch der klassische HSPA-LTE-Verfechter Qualcomm sich WiMAX-Know-how eingekauft und ein kleineres Unternehmen übernommen.