WiMAX: Fürsprecher Vodafone

Der Mobilfunk-Konzern Vodafone sieht für den WiMAX-Funkstandard eine sichere Zukunft: aufgehoben in den für die TDD-Übertragung (Time Domain Duplex, Zeitmultiplex) vorgesehenen Bereichen der künftigen Mobilfunk-Generation LTE (Long Term Evolution).

Vodafone-Chef Arun Sarin wies auf der weltweit größten Mobilfunk-Kongressmesse »Mobile World« in Barcelona dem WiMAX-Standard (der gemäß seiner aktuellen Definition großflächige zellulare High-speed-Funknetze mit Roaming und Handover ermöglicht), eine sichere Rolle im Datenfunk (z.B. Internet-Access) zu. Auf dem Mobile World Congress forderte er die in der Mobilfunk-Technologieentwicklung weltweit tätigen Unternehmen auf, die Konkurrenzdiskussion »WiMAX gegen LTE« aufzugeben und stattdessen die Vorteile und Synergieeffekte der zwei Verfahren zu nutzen. Eine Koexistenz beider Funktechnologien - die im Übrigen noch nicht einmal endgültig spezifiziert sind - sei nach Sarin demnach bestens vorstellbar, für WiMAX eben in den Anwendungen, die sich der Zeitmultiplex-Technik im Up- und Downlink bedienen.

Der WiMAX-Ausbau wird derzeit international vorangetrieben, in das Bewusstsein der Konsumenten ist die Technologie jedoch noch nicht sehr stark gerückt. Grund dafür sind die bislang kaum vorhandenen Marketingaktivitäten der Unternehmen. In Barcelona jedenfalls waren schon mehrere Handset-Referenzdesigns zu sehen; Intel als weltweit größter Halbleiterhersteller forciert die Technologie nach wie vor deutlich. Nach einer aktuellen Studie der Marktforschungsfirma Maravedis soll die Zahl der WiMAX-Teilnehmer in den kommenden sechs Jahren auf 100 Millionen steigen. Vor allem in ländlichen Regionen, wo der Aufbau eines DSL-Netzes mit erheblichem Aufwand verbunden ist, soll die Technologie eine praktikable Alternative darstellen. In der zweiten Hälfte 2008 sollen WiMAX-Chips in Laptops eingebaut werden, ein Jahr später in Handys und zu Beginn des Jahres 2010 schließlich in Consumer-Elektronik.