Web-Radio – Die ganze Welt über WLAN

Es sieht aus wie ein ganz normales Küchenradio im Retrodesign. Aber die kurze Stummelantenne deutet bereits an, dass der Empfang hier anders läuft. Das „Noxon iRadio“ von Terratec empfängt Radiostationen aus der ganzen Welt – über WLAN und das Internet.

Es sieht aus wie ein ganz normales Küchenradio im Retrodesign. Aber die kurze Stummelantenne deutet bereits an, dass der Empfang hier anders läuft. Das „Noxon iRadio“ von Terratec empfängt Radiostationen aus der ganzen Welt – über WLAN und das Internet.

Internet, Fernsehen, Video-on-Demand – sie alle werden das gute alte Radio nicht verdrängen, weil es sich so gut während vieler anderer Tätigkeiten hören lässt. Wenn allerdings hiesige Radiomoderatoren schon morgens um halb sieben mit ihrer penetrant guten Laune nerven, Anrufer über platte Witze lachen und der Jingle des Senders zum x-ten Mal erklingt, dann ist es Zeit zum Abschalten. Oder zum Umschalten. Zum Beispiel auf das Noxon iRadio von Terratec, das jede beliebige Internet-Radiostation in die Küche holt – oder dorthin, wo es eben aufgestellt wird.

Voraussetzung für den Betrieb des iRadios sind ein DSL-Anschluss, zweckmäßigerweise mit einer Flatrate, und ein Router. Über WLAN oder Ethernet-Kabel gelangen die Daten ins Radio. Beim ersten Einschalten fragt das Gerät einige Netzeinstellungen ab, lädt die Senderliste aus dem Internet und schon kann’s losgehen. Die Navigation im Display erfolgt über einen Vierrichtungstaster oder eine Fernbedienung und erklärt sich von selbst.

Die Menüstruktur sortiert die Radiostationen geografisch oder über das Genre des Senders. Auf den fünf übereinander angeordneten Tasten können Lieblingsstationen einprogrammiert werden, indem man die Taste zwei Sekunden drückt. Die Tonqualität des eingebauten Mono-Lautsprechers ist ordentlich und einem Küchenradio angemessen. Wer mehr erwartet, für den hat das Gerät einen Line-out-Anschluss an der Rückseite und Anschluss an einen Verstärker. Eingeschränkt wird die Tonqualtät allerdings durch die Datenrate, mit der die Radiostationen senden – gerade bei interessanten Exoten sind es oft nur 16, 24 oder 32 Kbit/s.

Ein Computer, kein Radio

In Wirklichkeit ist es aber kein Radio, das iRadio, sondern ein Computer. Den Kern des Innenlebens bildet der Media Network Processor DM850 von BridgeCo (www.bridgeco.com), ein ARM926EJ mit einigen DSP-Funktionen, Java VM sowie Netzwerk- und Audio-Schnittstellen. Dazu bietet BridgeCo ein eigenes Software-Paket mit Betriebssystem „KnOS“ (Kernel & OS) sowie Treibern an, auf das Terratec vermutlich zurückgegriffen hat.