UWB jetzt legal

Die Bundesnetzagentur hat die Frequenzen für die Ultra-Wideband-Technologie (UWB) im Freqzenzbereich 30 MHz - 10,6 GHz in einer Allgemeinzuteilung dem Markt verfügbar gemacht.

Damit kann ab jetzt jedermann die Frequenzen kostenlos und ohne Antrag nutzen, sofern die Bestimmungen der Allgemeinzuteilung eingehalten werden.

Die UWB-Technologie ermöglicht sehr breitbandige Funkübertragungswege, die mittels äußerst geringer Strahlungsleistungen eine Überbrückung kurzer Entfernungen (bis zu wenigen Metern) ermöglichen. Dies ist ideal für die Kommunikation innerhalb eines Raumes oder auch kleinerer Wohnungen, Büros oder Werkstätten. Zudem ist die Versorgung des Innenraums von Fahrzeugen ein typischer Anwendungsbereich.

Statt über lästige Verkabelung können Hi-Fi-, Audio-, Video- und IT-Komponenten z. B. Drucker, Festplatten, Monitore, Scanner, Tastaturen und Mäuse mit Hilfe von UWB nun drahtlos kommunizieren. Der Datendurchsatz reicht mit einem Maximum von 480 MBit/s (je nach Bauart und Entfernung der Transceiver) für nahezu alle Anwendungen völlig aus. Auch die in der Informationstechnik weit verbreitete USB-Schnittstelle kann nun auf rein funktechnischer Basis realisiert werden.

Weitere Anwendungen sind im gewerblich-industriellen Bereich denkbar. So können die Frequenzen für Datenübertragungen bei medizinischen Anwendungen, in der Messtechnik, der Ortungs- und Überwachungstechnik sowie für die gesamte Palette von Anwendungen genutzt werden, die bislang wegen zu geringer Bandbreite nicht realisiert werden konnten.

Hinsichtlich der Breite des zugewiesenen Spektrums wird mit dieser Frequenzzuteilung Neuland betreten. Denn UWB nutzt bereits belegte und lizenzierte Frequenzen einfach mit. Damit diese »parasitäre« Nutzung den eigentlichen Lizenzinhaber nicht stört, muss der Sendepegel in jedem Einzelband extrem gering bleiben. Im diesen (extrem vielen) einzelnen Frequenzbändern geht die Sendeleistung im Rauschen unter. Erst die empfängerseitige Zusammenfassung und Korrelierung aller gesendeten Komponenten macht die Rückgewinnung des Nutzsignals möglich.

Die Frequenznutzungsbestimmungen (und somit auch die Empfangstechiken) sind daher sehr komplex und sehen den Einsatz modernster integrierter Schaltkreise vor, um dem Schutz anderer Funkdienste Rechnung zu tragen. Die Bundesnetzagentur wird die Auswirkungen der UWB-Nutzung wegen der möglichen Interferenzen intensiv beobachten, um die betrieblichen und technischen Parameter für die UWB-Technologie gegebenenfalls zu modifizieren.
 
Die Bundesnetzagentur folgt mit der Frequenzvergabe ihrer Verpflichtung zur Umsetzung einer entsprechenden Entscheidung der Europäischen Kommission (Entscheidung der Europäischen Kommission über die Gestattung der harmonisierten Frequenznutzung für Ultrabreitbandgeräte in der Gemeinschaft vom 21. Februar 2007). Die Verfügung (Vfg 1 / 2008) der Bundesnetzagentur ist ab sofort hier einsehbar.