»Unsere Umsätze machen wir im Hochvolumen bei HSPA«

Auch für den Halbleiter-Hersteller Infineon verlief der Mobile World Congress 2009 in Barcelona erfolgreich. Weng Kuan Tan, Division President der Wireless Division von Infineon Technologies, beantwortet unsere Fragen zur künftigen Entwicklung des Handy-Chip-Marktes.

Was hat der Mobile World Congress konkret für Ihr Unternehmen gebracht?

Die diesjährige Messe war für uns wichtig und verlief sehr erfolgreich. Zwar kamen in diesem Jahr weniger Besucher, doch unsere Kunden und Partner waren im Wesentlichen alle da. Wir haben sehr gute Gespräche geführt und konnten neues Geschäft generieren.

Wird die HSPA- bzw. HSPA+ Entwicklung in Europa und USA unter dem sich bereits abzeichnenden LTE-Boom leiden?

Nein. LTE ist die Fortführung einer Technologie-Entwicklung. Mit ihr können immer höhere Bandbreiten auch auf Mobiltelefonen angeboten werden. Das verhält sich wie beim Übergang von 2G auf 3G. Wir machen heute unsere Umsätze in Hochvolumen bei HSPA. LTE wird mit einer Übergangsfrist etwa ab 2013/14 kommen. Bis dahin werden wir mit HSPA und übrigens auch noch mit GSM gute Umsätze verzeichnen.

Long Term Evolution war eines der beherrschenden Themen in Barcelona. Infineon präsentierte hierzu mit dem SMARTi LU einen Single-Chip-CMOS-Transceiver. Wie schnell wird Ihrer Meinung nach der Ausbau der Mobilfunknetze in Richtung LTE in Europa vonstatten gehen?

Die Erfahrung zeigt, dass es noch vier bis fünf Jahre dauert, bis die Standards erst einmal definiert sind. Wir haben jetzt den »spec freeze«, erste Infrastrukturen werden wir also 2013/14 sehen.

Infineon zeigte in Barcelona einen kostenoptimierten 3G-Chipsatz für das untere Marktsegment. Welche neuen Anwendungen werden dem Handy-Benutzer damit erschlossen?

Mit unserer Plattform, der »XMM 6130«, adressieren wir den Entry-Bereich, bieten also eine sehr kostengünstige Plattformlösung für mobiles Internet an. Durch unsere HSDPA-Lösung ermöglichen wir unseren Kunden, leistungsfähige Mobiltelefone zu bauen, mit denen der Zugriff auf Internet, Datendienste und E-Mail möglich wird. Einmalig in der Branche ist, dass Infineon die Grundlage für 3G-Telefone liefert, die zu vergleichsweise sehr günstigen Preisen im Markt angeboten werden können.