Touchpico Und alles wird zum Touchscreen

Portabler Projektor Toucpico
Portabler Projektor Toucpico

Touchpico ist ein portabler Projektor, der Smartphone-Apps an die Wand wirft - inklusive Touch-Funktion. Darauf scheinen die Leute gewartet zu haben: Die Crowdfunding-Kampagne hebt förmlich ab.

Sie wollten online 55.000 Dollar auftreiben, um die Produktion ihres Mini-Projektors auf die Beine stellen zu können. Ein Zeitraum von einem Monat war dafür auf der Crowdfunding-Plattform indiegogo eingeplant. Doch nach zehn Tagen haben sie schon fast das Zehnfache der Summe bekommen. Die Entwickler rund um Tom Li Jiang, einem Absolventen der Nanyang Technological University in Singapur, erhielten bis heute Zuwendungen in Höhe von knapp 430.000 Dollar, Tendenz steigend. Damit ist ihr Projekt ähnlich populär wie das von Pebble oder Jibo.

Touchscreen to go

Ein Beamer mit geringen Abmessungen würde heutzutage sicher keine Begeisterungsstürme mehr entfachen. Selbst die Projektionsfläche von 80 Zoll ist kein neuer Bestwert. Das Faszinierende an Touchpico ist, dass  sein Videobild touchfähig ist. Mit einem kleinen Stylus kann man darauf herumtippen, Eingaben vornehmen oder wichtige Dinge hervorheben. Dahinter steckt Infrarottechnik: Der Stylus dient als Mausersatz und sendet infrarote Strahlung aus, die eine kleine Kamera am Projektor erfasst und auswertet. Dadurch taugt der kleine Beamer nicht nur zum Videoschauen, sondern auch für interaktive Anwendungen (siehe Bilderstrecke). 

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Picotouch: Der tragbare Touchscreen

Ein kleiner Projektor für die Hosentasche verwandelt jede Fläche in einen riesigen Touchscreen. Das kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise nützlich sein.

Android inside

Ebenfalls neu ist die Tatsache, dass Touchpico als eigenständiger Rechner daherkommt. Er ist mit Android der Version 4.4 ausgestattet und kann daher auch unabhängig von anderen technischen Geräten verwendet werden. Natürlich ist auch das streamen von Smartphones, Notebooks oder Tablets möglich. Dafür wird allerdings ein bestehendes WLAN-Netz benötigt. Wer davon unabhängig sein möchte, kann die Daten auch per HDMI-Kabel oder über den SD-Karten-Slot zum Touchpico senden.

Produktion angelaufen, Hardware verbessert

Anders als bei anderen Crowdfunding-Aktionen war Touchpico schon vor dem Projektstart bereit für die Produktion. Aufgrund der schnellen Finanzierung ist die Fertigung bereits angelaufen. In der "weltweit größten Fertigungsstätte für Pico-Projektoren in China", wie das Startup elektroniknet mitteilte. Die "Early Birds", also Unterstützer der ersten Stunde, halten ihre Projektoren ab Mitte Oktober in den Händen.

Die hohe Summe hat außerdem dafür gesorgt, dass Touchpico ein Hardware-Upgrade bekommt. Statt 4 wird er nun 16 GB internen Speicher haben. Außerdem werden die Anschlussmöglichkeiten um eine Bluetooth-Schnittstelle bereichert.

Weitere Versionen und Interesse der Distributoren

Ein größerer Screen bietet auch mehr Möglichkeiten für diverse Anwendungen. Deshalb rufen die Entwickler auch Programmierer auf, sich an Touchpico zu beteiligen. Weil man Android-Apps direkt auf dem Projektor speichern kann, könne speziell angepasste Software einen Mehrwert bringen.

Für den professionellen Bereich plant das Startup, einen "Touchpico Pro" zu entwickeln. Er soll vor allem im Bildungsbereich Anwendung finden und ist mit einer stärkeren 400-Lumen-Leuchte ausgestattet. Außerdem soll es im Rahmen dieser Version ein Content Management System für Lehrer geben.

Nach eigenen Aussagen hat der Erfolg der Kampagne auch zahlreiche Distributoren auf den Plan gerufen. Denen bietet Touchpico nun ein spezielles Programm an, um ein exklusives Verkaufsrecht für die ersten neun Monate erwerben können. Das gilt zwar mit Ausnahme einiger Länder wie etwa der USA. Deutschland ist jedoch nicht ausgenommen.

Ein erstes Fazit

Ein Projektor für die Hosentasche, der Fernseher, Spielekonsole und bestenfalls sogar das Smartphone ersetzt. Und das alles für einen akzeptablen Preis und ohne Kabelgewirr. Kurzum: Die Eckdaten klingen fast schon zu gut, um wahr zu sein. Vorausgesetzt, die Eingabe über den Infrarotstift funktioniert reibungslos. Über Sinn und Unsinn wird nach Auslieferung der ersten Geräte auch entscheiden, ob der Mini-Beamer auch mit ungünstigen Lichtverhältnissen und ressourcenaufwändigen Anwendungen klarkommt. Die technischen Daten können sich jedenfalls sehen lassen. Doch selbst wenn er es nicht tut: Dieses Gadget hat definitiv einen gewissen WOW-Effekt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum es schon drei Wochen vor Ende der Finanzierung als klarer Erfolg bezeichnet werden darf.