Turbo-WLAN – wie geht es weiter?

Demnächst soll der 802.11n-WLAN-Standard vom IEEE endlich abgesegnet werden. Arbeitsgruppen sind dort bereits mit Gigabit-WLANs und dem 60-GHz-Frequenzbereich beschäftigt.

Der 802.11n-WLAN-Standard-Entwurf geht nach neuesten Meldungen in diesen Tagen zum höchsten IEEE-Gremium, um dort überprüft und dann im September endgültig freigegeben zu werden. Am siebten Geburtstag also, denn seit 2002 arbeitet das weltweit bekannteste Ingenieur-Industriegremium zusammen mit Herstellern der Branche an diesem Werk.

Im November 2008 wurde der Entwurf in Fassung 7.0 verabschiedet und im März 2009 die Fassung 8.0.

802.11n nutzt die MIMO-Technologie (Multiple Input Multiple Output), um über mehrere Wireless-Datenströme gleichzeitig (und mehrere Antennen) die Übertragungsrate zu vervielfachen oder alternativ, um die Reichweite zu erhöhen.

Auch soll durch eine höhere Bandbreite in den Übertragungskanälen von 20 MHz bzw. 40 MHz und mehrere MIMO-Antennen ein Wert von 300 bis zu 600 Mbit/s an Bruttodatenrate erreicht werden. Netto kann der Anwender dann je nach Übertragungsbedingungen mit etwa der Hälfte rechnen.

802.11n kann sowohl im 2,4-GHz- als auch im 5-GHz-Frequenzbereich arbeiten und ist darum auch kompatibel zu den bisherigen Standards b und g, die jedoch wesentlich langsamer arbeiten.

Viele Hersteller sind schon mit 11n-Draft-Produkten im Markt (über 600 Stück), wohl auch deshalb, weil die WiFi-Alliance als Promoting-Zusammenschluss der Industrie diese Produkte schon zertifiziert hat, obwohl der Standard selbst noch nicht vom IEEE freigegeben ist. Grund dafür dürfte sein, dass die (nun allerdings kaum mehr zu erwartenden) IEEE-Änderungen durch Software-updates erledigt werden könnten.

Doch die 802.11-Arbeitsgremien beim IEEE arbeiten schon an weiteren Verbesserungen der Wireless-Datennetze: Die 11ac- und 11ad-Gremien überlegen, wie die Gigabit-WLANs der Zukunft aussehen sollen, wobei auch der interessante 60-GHz-Frequenzbereich unter die Lupe genommen wird.