Test des 4G-Mobilfunknetzes mit LTE

Verizon Wireless hat für das kommende Jahr den Test eines Mobilfunknetzes der vierten Generation angekündigt. Der US-Mobilfunkkonzern setzt dabei aber nicht auf WiMAX sondern auf den Standard LTE.

LTE (Long Term Evolution), das auch als »Super 3G» bezeichnet wird, ist der direkte Nachfolger des in Europa eingesetzten UMTS. Mit der Technologie wurden in Testläufen im 5 MHz-Band Downstreams mit einer Geschwindigkeit von 37 MBit pro Sekunde erreicht. Theoretisch sind 160 MBit pro Sekunde möglich. Mobilfunkbetreiber, die bereits mit GSM- und UMTS-Netzen arbeiten, sollen mit der Technologie preiswerter auf den 4G-Mobilfunk aufrüsten können als mit dem Aufbau eines neuen WiMAX-Netzes. Die Entwickler setzen hier auf eine schrittweise Migration mit den Zwischenschritten HSDPA und HSUPA.

Mit der Entscheidung für LTE hat Verizon Wireless somit auch den Wechsel in das GSM-Lager angekündigt. Bisher nutzt das Unternehmen die weltweit weniger verbreiteten Standards CDMA und CDMA2000. Damit reiht sich das Joint Venture in den angekündigten Entwicklungspfad Vodafones ein. Der britische Mobilfunkkonzern hält 45 Prozent an Verizon Wireless.

LTE wird vom Third Generation Partnership Project (3GPP) entwickelt. In diesem sind Ericsson, Sony Ericsson, Alcatel-Lucent, Motorola, Nokia Siemens und Nortel zusammengeschlossen. Auch mehrere große Mobilfunkbetreiber sind der Organisation beigetreten und wollen die 4G-Technologie einsetzen: Neben Vodafone finden sich hier Unternehmen wie China Mobile, Orange und T-Mobile.

In den USA wird voraussichtlich auch AT&T ein LTE-Netz aufbauen. Das Unternehmen betreibt bereits eine GSM-basierte Infrastruktur. Mit dem Start erster kommerzieller Anwendungen ist frühestens 2010 zu rechnen.