Technik-Durchbruch bei GPS-Chips

Dem mittlerweile zum CSR-Konzern gehörenden GPS-/Navigations-Chip-Spezialisten SiRF Technology ist ein technischer Durchbruch bezüglich Stromaufnahme und Leistungsfähigkeit von GPS-Empfänger-ICs gelungen.

Der massiven GPS-Nutzung in Handys, Netbooks und anderen Mobilgeräten aller Art sind mit der Neuentwicklung wesentliche Hürden genommen. Die wichtigste ist der Stromverbrauch, der die Batterie nicht zu sehr belasten darf.

Erst vor kurzer Zeit hatte der in Großbritannien ansässige und stark im Bluetooth-Business engagierte Wireless-Kommunikationstechnik-Konzern CSR den kalifornischen GPS-Chip-Hersteller SiRF Inc. in seine Unternehmensgruppe eingegliedert. Nun kommt aus den SiRF-Labors gleich ein aufsehenerregendes neues Navigations-Konzept: die SiRFstarIV-Location-Aware-Architektur.

Ein massiv gesenkter Stromverbrauch trotz immer aktueller Positionsdaten, eine bislang nicht erreichte Empfindlichkeit und ein effizientes Ausblenden von Störungen machen das erste SiRFstarIV-Produkt, den GPS-Empfänger GSD4t, zu einer sehr attraktiven Plattform für mobile Kommunikations- und Computergeräte aller Art. Ein Host-Prozessor, wie er in den meisten Geräten problemlos nutzbar ist, muss jedoch als Recheneinheit zur Verfügung stehen.

War schon die SiRFstar-III-Vorläufer-Architektur in vielen Navigationssystemen vertreten, vor allem wegen der Empfindlichkeit auch bei sehr schlechten Empfangsbedingungen in Straßenschluchten oder sogar in Häusern, so setzt die jetzt vorgestellte Architektur weitere Meilensteine.

Der bislang schon geringe Stromverbrauch liegt nun noch niedriger: Das Datenblatt nennt einen Wert zwischen 50 und 500 Mikroampere, um stets Hot-Start-Bedingungen aufrecht zu erhalten (TTFF, Time To First Fix, volle Datensätze innerhalb einer Sekunde). Dabei ist zur Generierung von Grob-Daten kein ein Mobilfunknetz als Hilfe mehr nötig.

Die Empfindlichkeit wird mit -160 dBm für die Positionsbestimmung und mit gar -163 dBm für das Tracking angegeben.

Auch neu: Ein eigener Software-Algorithmus sorgt für das aktive Ausblenden von bis zu acht Störsignalen, die eventuell durch harmonische Abstrahlungen anderer Funkdienste im GPS-Empfangsband entstehen könnten, wie z.B. Bluetooth oder WLAN.

Weiter interessant: Der nur 3,4 x 2,7 mm große GPS-Empfängerchip GSD4t registriert zusätzlich, wenn er in einem Gebäude betrieben wird – er stellt einfach fest, ob z.B. die WLAN- oder Bluetooth-Signale deutlich zunehmen und die Satellitensignale gleichzeitig sehr schwach werden. Dann hält er die letzten Positionsdaten (die sich beim Aufenthalt im Gebäude ja nicht wesentlich ändern) und schaltet das stromintensive Suchen nach Satelliten für diese Zeit einfach ab.

Morgen hierzu ein Interview mit dem SiRF-Gründer und GPS-Vordenker Kanwar Chadha.