Siemens Nachrichtentechnik: Der Ausverkauf geht weiter

Nach der Überführung der Siemens Enterprise Communications (SEN) in ein Joint Venture mit dem Finanzinvestor Gores wird nun die Siemens Home and Office Communication Devices (SHC) verkauft.

Zum 1. Oktober 2008 übernimmt der Finanzinvestor Arques 80,2 Prozent des Unternehmens.

SHC erwirtschaftete im Jahr 2007 einen Umsatz von 792 Mio. Euro, den Großteil davon mit den Schnurlos-Telefonen der Gigaset-Serie. Das Unternehmen ist mit 2100 Mitarbeitern in 17 Länder präsent. Größter Standort ist die Fertigungsstätte in Bocholt mit 1400 Mitarbeitern.

Im Rahmen der Beschäftigungssicherung hat Arques für die kommenden drei Jahre vertraglich zugesichert, die Standorte in Bocholt und München zu erhalten.
Arques ist ein »Turnaround«-Spezialist, der sich auf den Erwerb und die aktive Restrukturierung von Unternehmen in Umbruchsituationen konzentriert und sie mit eigenen Teams aus eigener Kraft zu wettbewerbsfähigen und ertragsstarken Unternehmen zu entwickeln. Unter Führung von Arques soll nach Aussage der Vertragspartner »SHC seine Position als Marktführer im Premium-Preissegment ausbauen.«

Arques will dazu auch verstärkt in Forschung und Entwicklung an den Standorten in Deutschland und in Polen investieren. Arques kann über die kommenden zwei Jahre die Siemens-Marke weiter nutzen.