Schreiner: Produktschutz mit RFID

Wer sich vor Produktpiraterie schützen will braucht eine fälschungssichere Kennzeichnung von Produkten. RFID spielt dabei eine immer größer werdende Rolle.

Global agierende Fälscherbanden haben heute nahezu alle Industriezweige im Visier. Der wirtschaftliche Schaden für die Markenhersteller beläuft sich allein in Deutschland auf rund 30 Mrd. Euro im Jahr. Gut 4,5 Mrd. Euro davon, so schätzt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) in einer aktuellen Studie, entfallen auf die technische Industrie. Das ist ein signifikanter Umsatz- und Ertragsverlust, der die Innovationskraft der Unternehmen schwächt und jährlich bis zu 70.000 Arbeitsplätze gefährdet. Dabei gilt: Je besser ein Hersteller im Markt positioniert ist, desto stärker läuft er Gefahr, Opfer von Plagiaten, Totalfälschungen oder Gebrauchsmusterverletzungen zu werden.

Die wirtschaftlichen Verluste durch den illegalen Nachbau und Vertrieb sind »jedoch erst der Anfang einer unkalkulierbaren Risikospirale«, betont Thomas Völcker, Vertriebsleiter bei Schreiner Prosecure. Werden Originalprodukte im großen Stil gefälscht, »ist die Folge nicht selten ein allgemeiner Vertrauensverlust in die Marke«.

Hinzu kommen massive Haftungsprobleme, denn der Markeninhaber haftet für alle Schäden aus dem Produkt, wenn die Fälschung nicht gerichtssicher bewiesen werden. Wer Nachahmungen, Plagiate oder Fälschungen erfolgreich bekämpfen will, braucht »zunächst eine Risikoanalyse, denn erst sie schafft die Basis für gezielte Maßnahmen über die gesamte Produktions- und Wertschöpfungskette hinweg«, erläutert der Schreiner-Manager.

Moderne Kennzeichnungslösungen erfüllen gleich drei Funktionen, sorgen sie doch für Fälschungsschutz, Rückverfolgbarkeit und Manipulationsschutz. Dazu müssen Sicherheitsetiketten dauerhaft beständig sein gegen chemische und mechanische Einflüsse. Zugleich sollen sie eine zuverlässige Echtheitsüberprüfung durch Laien und Experten ermöglichen. »Deshalb werden zum Schutz vor Fälschungen gerne offene Sicherheitsmerkmale wie Hologramme eingesetzt«, sagt Völcker. Das Problem sei aber, dass Produktpiraten die optisch attraktiven Erkennungsmerkmale heute gleich mitfälschten: »Für einen ausreichenden Kopierschutz sorgt deshalb erst die Kombination unterschiedlicher offener, verborgener und forensischer Merkmale.«

Genau diese Forderungen erfüllt die RFID-Technologie (Radio Frequency Identification), denn sie ermöglicht eine vollautomatische Echtheits- und Funktionsüberwachung durch berührungslosen Datenaustausch. Dazu werden Smartlabels auf das Produkt aufgebracht. Ausgestattet mit individuellen Sicherheitsmerkmalen, verfügen sie zusätzlich über einen passiven Transponder. Um die auf ihm gespeicherten Daten auslesen und neu schreiben zu können, gehören zu jedem RFID-System passende Schreib- und Leseeinheiten, die über eine physikalische Schnittstelle mit dem EDV-System des Kunden verbunden sind.