»Schaufenster für die Leistungsfähigkeit«

Einer der Aussteller des diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona, der wichtigsten weltweiten Veranstaltung der Mobilfunk-Branche, war Qualcomm. Siegmund M. Redl, Senior Director und Deutschland-Chef bei Qualcomm Europe, zieht Bilanz.

Was hat der Mobile World Congress konkret für Ihr Unternehmen gebracht?

Der Mobile World Congress ist immer ein Schaufenster für die Leistungsfähigkeit führender Unternehmen der Mobilfunkbranche. Qualcomm hat auch dieses Jahr einige sichtbare und anerkannte Meilensteine gesetzt. Mit der »Live«-Demonstration mobiler Breitbandtechnologie HSPA+ mit Multicarrier und MIMO und auch mit LTE (in Zusammenarbeit mit Nokia Siemens Networks) haben wir aufgezeigt, was mit HSPA schon in diesem Jahr bzw. mit LTE ab dem nächsten Jahr technisch machbar und für den ersten kommerziellen Einsatz bereit ist.

Auch unser Snapdragon-Prozessor stand in Barcelona im Mittelpunkt. Snapdragon vereint drei Welten in einem Chip: Prozessorleistung im GHz-Bereich, hohe Multimedia- und Grafikperformance sowie breitbandige Modemanbindung. Gezeigt haben wir die neue Chiptechnologie mit dem Toshiba TG01 Multimedia Smartphone. Und mit PLAZA haben wir eine Lösung für Netzbetreiber demonstriert, damit diese ihren Kunden unkompliziert und in Form von Widgets den mobilen Zugang zum Internet und entsprechenden Inhalten erleichtern können. Zu erwähnen sind auch noch MediaFLO, eine moderne mobile TV-Plattform, sowie Mirasol, eine äußerst stromsparende Display-Alternative.

Wird die HSPA- bzw. HSPA+ Entwicklung in Europa und USA unter dem sich bereits abzeichnenden LTE-Boom leiden?

Mit der HSPA-Technologie wurde eine Grundlage geschaffen, die noch weiter ausbaufähig ist. Das betrifft sowohl bereits erwähnte technologische Verbesserungen (HSPA+), mit denen Grenzen weiter verschoben werden können, für noch höhere Effizienz und Geschwindigkeiten, als auch die Migration der Technologie in andere Frequenzbänder – Stichwort »Refarming«. LTE wird dann zum Zuge kommen, wenn die Netzbetreiber für ihre Kunden noch mehr Kapazität, noch höhere Effizienz und höhere Datenraten benötigen. Als erstes wird dies in neu zugewiesenen Frequenzbändern zu sehen sein. Die Dienste sind aufbauend und komplementär zu den bestehenden Diensten. Daher handelt es sich eher um eine Evolution der Netze mit Multimode- und Multiband-Endgeräten und nicht um eine Wachlösung von Technologien.

Mit welchen durchschnittlichen Übertragungsgeschwindigkeiten werden wir 2012 im Mobilfunk etwa rechnen können?

Meiner Meinung nach werden diese Zahlen je nach Belastung in den Zellen und je nach Technologie sehr schwanken – von wenigen 100 Kbit/s bis zu zweistelligen Mbit/s. Das ist aber letztendlich zweitrangig, wenn sie für alle Teilnehmer und für die angebotenen Dienste »ausreichend« sind. Und da bin ich doch sehr zuversichtlich.

Wann wird man Ihrer Meinung nach LTE in europäischen Ballungsräumen in Betrieb sehen?

Ich denke, in etwa ab Mitte 2011 in größeren zusammenhängenden Zellclustern und mit ersten kommerziellen Multimode-Terminals.