RFID-Datenträger für bis zu 300 °C

Für Firmen der Stahlbranche ist die RFID-Technik laut smart-Tec-Geschäftsführer Klaus Dargahi »nur sinnvoll, wenn der RFID-Datenträger während des gesamten Produktionsprozesses am Produkt verbleibt«. Mit dem bis 300 °C stabilen HT300 ist dies möglich.

smart-Tecs Fokus gilt seit der Firmengründung vor 10 Jahren ausschließlich RFID-Lösungen (Radio Frequency Identification), wobei von Beginn an das besondere Augenmerk auf der Entwicklung von »kundenindividuellen, robusten, langlebigen, industrietauglichen, witterungs- und temperaturbeständigen RFID-Datenträgern lag«, präzisiert Dargahi. RFID-Etiketten und RFID-Karten runden das Programm ab, die sich durch zusätzliche Schutzschichten ebenfalls robust und langlebig machen lassen. Die RFID-ICs, die smart-Tec von allen wichtigen Chipherstellern bezieht, weisen laut Herstellerangaben aber nur eine Lagertemperaturbeständigkeit von 140 °C auf, für höhere Temperaturen müssen die empfindlichen ICs in einen speziellen Materialverbund vergossen werden.

Mit dem im eigenen Haus vorhandenen Know-how gelang es der F&E-Abteilung 2008 immerhin, einen RFID-Datenträger mit einer Temperaturbeständigkeit von bis zu 220 °C zu entwickeln. Damit konnte zwar ein großer Teil von Projektanfragen abgedeckt werden, »doch es wurde uns sehr schnell klar, dass es auch Bedarf an einer Temperaturbeständigkeit von bis zu 300 °C gibt«.

Die Differenz von 80 °C scheinen auf den ersten Blick nicht so drastisch, »aber technologisch und fertigungstechnisch war dies eine ganz neue Dimension«. Bei der Entwicklung eines RFID-Datenträgers mit einer derart hohen Temperaturbeständigkeit war es notwendig, alle einzelnen Komponenten wie Chip, Antennenstruktur, Chipkontaktierung und Verpackungsmaterial zu optimieren. Um die Time-to-Market zu verkürzen, habe man sich für die Zusammenarbeit mit einem Forschungsinstitut entschlossen, das auf die Entwicklung neuer Materialien spezialisiert ist. Mit diesem renommierten Institut habe man die geeignete Materialkombination inklusive des dafür notwendigen Produktions- und Qualitätssicherungsgsprozesses entwickeln sowie die vielen, erforderlichen Belastungstests und Temperaturzyklen »schnell und unbürokratisch« durchführen können.

Die neue Materialkombination erlaubt den Einsatz von RFID-Datenträgern bis zu einer Temperatur von 300 °C. Mit dieser hohen Temperaturbeständigkeit, die bei einer Dauerbelastung von 300 °C für 10 h und bei 250 °C für 24 h getestet wurde, »sind neue Dimensionen im Einsatz von RFID-Datenträgern möglich«, freut sich Dargahi. Im Übrigen gebe es zumindest derzeit »keine vergleichbare« Lösung, für RFID-Datenträger mit einer Temperaturbeständigkeit von bis zu 200 °C seien aber einige wenige Anbieter am Markt.