PowerMAX - High-Speed in der Stromleitung

Die »Universal Powerline Association«, ein international tätiger Branchenverband zur Förderung der »Powerline Communications«-Technologie, peilt nun die 400-Mbit/s-Übertragungsrate an. Damit sollen dann High-Speed-Datentransfers in diesem Geschwindigkeitsbereich über die häusliche 230-V-Stromleitung möglich sein.

Powerline ist seit längerem als das Allheilmittel gegen den Verkabelungsaufwand mit Ethernet-Netzwerkleitungen im Hause angepriesen worden. Auch das HF-»strahlende« WLAN, zusammen mit dessen früherer Abhörproblematik und der Hacker-Unsicherheit, galt seit langem als Kandidat, um durch die ohnehin in jedem Hause vorhandene Stromleitungen abgelöst zu werden. Die Powerline-Spezifikationen nutzen mit einigen technischen Hard- und Software-Finessen diese 230-Volt-Leitungen, um Daten wie in einem normalen Netzwerk zu verteilen. Jede Steckdose kann damit auch als Datendose genutzt werden.

Doch die Technologie war und ist nicht unumstritten: Erstens kann der unmittelbare Wohnungsnachbar ebenfalls die Daten unfreiwillig geliefert bekommen, zum anderen erzeugt Powerline-Hardware einiges an Hochfrequenz-Oberwellen, die damit ebenfalls als Störnebel in einem Hause abgestrahlt werden und andere Funkdienste (TV, Baby-Empfänger, 2,4-GHz-Geräte, Amateurfunk) stören können. Die Abhörproblematik ist durch Passwortschutz und Verschlüsselung gelöst, das Störnebel-Problem steht je nach Konfiguration und Installations- sowie Umgebungs-Gestaltung immer noch im Raum.

Aus diesen nicht gerade idealen Umgebungsbedingungen versucht nun die Powerline Association herauszukommen und durch neue technische Daten im festzulegenden »PowerMAX-Standard« zu punkten: Mit einer Übertragungsrate von 400 Mbit/s will man sich die High-Speed-Übertragungen erschließen, z. B. zum Transfer der Internet-Surf-Sitzungen, zum Übertragen von IPTV (Internet-Fernsehen) oder von Hochgeschwindigkeits-Musik in die anderen Zimmer eines Hauses.

Zunächst ist die Festlegung der Anwendungsfelder vorgesehen. An diesem Prozess können sich nun alle interessierten Branchen und Industrieunternehmen beteiligen. Kontaktaufnahme über donald.pollock@upaplc.org.