picoChip: Wachsen mit Femtozellen

Auf die Entwicklung flexibler SoCs für den Einsatz in Basisstationen hat sich picoChip fokussiert. Der neue CEO Nigel Toon ist optimistisch, mit dem Fokus auf ICs für Femtozellen den Umsatz in diesem Jahr verdoppeln zu können.

Markt&Technik: Sie sind seit drei Monaten CEO von picoChip. Wie fanden Sie die Firma vor, und was wird sich ändern?

Nigel Toon: Wir haben die Ausrichtung des Unternehmens sehr genau analysiert: Welche Kunden haben wir und welche Märkte adressieren wir? Für eine relativ kleine Firma, die sich darauf konzentriert, mit neuen Produkten und teilweise neuen Design-Methoden zu wachsen, müssen wir uns fokussieren. Deshalb werden wir uns künftig auf zwei Produktlinien konzentrieren: Die erste Produktlinie umfasst die traditionellen picoArrays, also die konfigurierbaren Multicore-DSPProdukte, die sich für rechenintensive Anwendungen im Bereich der drahtlosen Infrastruktur eignen.

Die zweite Produktlinie umfasst ICs, die zwar auf Basis der Multicore-DSPArchitektur von picoChip arbeiten, aber auf bestimmte Marktsektoren zugeschnitten und fest vorkonfiguriert sind. Es handelt sich also um DSPs, und damit zielen wir auf den Markt für Femtozellen ab.

picoChip konnte zwar einige interessante Design-Wins verzeichnen, der Durchbruch zu wirklich großen Stückzahlen blieb aber aus. Auch der Break-even ist noch nicht erreicht. Jetzt kommt noch die schwierige Lage der Weltwirtschaft hinzu. Wie können Sie die mageren Jahre überstehen?

Wir sind in einer sehr komfortablen Situation: Erstens verfügen wir über genügend Kapital, das wir schon vor dem Ausbruch der Krise gesammelt haben. Wir müssen uns also nicht darum kümmern, neues Kapital aufzutreiben, da haben es Firmen, die erst vor zwei oder drei Jahren gegründet wurden, heute sehr viel schwerer. Zweitens wächst unser Umsatz sehr stark.

Wir müssen zwar auf der Ausgabenseite sehr vorsichtig sein, aber ich sehe den kommenden beiden Jahren sehr optimistisch entgegen. Für uns fällt diese Jahr ganz und gar nicht mager aus, wir werden unseren Umsatz verdoppeln und voraussichtlich Ende 2009/Anfang 2010 den Break-even erreichen.

Wie hoch ist denn der Umsatz?

Wir geben die Umsatzzahl nicht bekannt, es handelt sich aber, grob gesagt, um einige 10 Mio. Dollar.

Ziehen sie Ihren Optimismus tatsächlich aus dem prognostizierten Wachstum von Femtozellen? Im Moment handelt es sich ja noch um einen im Entstehen begriffenen Markt...

Zugegeben, der Markt wird in diesem Jahr nicht mehr als 0,5 bis 1 Mio. Femtozellen-Boxen umfassen. Aber dieser Markt wird sehr stark wachsen, insbesondere die Home- Gateway-Produkte. Das ist sehr positiv für uns. Denn dabei handelt es sich um Consumer-Produkte. Deshalb wird sich der Ansatz, die Systeme mit Hilfe von DSPs und FPGAs aufzubauen, nicht mehr anwenden lassen. Hier sind ASSPs erforderlich, allein schon wegen der Kosten.