Große Deutschland-Studie Nutzen wir das Internet »typisch deutsch«?

Studie Wie wir Deutschen ticken
Studie Wie wir Deutschen ticken

Wie wichtig sind uns Facebook-Freunde? Darf man im Sozialen Netzwerk lügen? Oder sind wir gar Technik-Muffel? Die Studie »Wie wir Deutschen ticken« zeigt, wie unser Land im Netz agiert - und was uns sonst so umtreibt.

Das Buch »Wie wir Deutschen ticken« gibt Einblicke in die gefühlte Identität unseres Landes. Auf knapp 200 Seiten wertet Diplom-Mathematiker und ZEIT-Redakteur Christoph Drösser die Ergebnisse von mehr als 80 repräsentativen Meinungsumfragen des YouGov Instituts (N>1000) aus und zeichnet so ein umfangreiches Abbild der deutschen Stimmungslage. 

In teilweise humorvollen Grafiken zeigt sich, wie die Deutschen denken, fühlen und handeln. Dabei ging es freilich nicht nur um Technik und Digitales, sondern um sämtliche Bereiche des Alltags - von den typischen Vorurteilen bis hin zu den Vorlieben im Schlafzimmer.

Der Deutsche und die Technik

Obwohl wir in einem Hightech-Land leben, ist der Durchschnittsdeutsche weder richtig technikbegeistert noch völlig technikfeindlich - so die nüchterne Einschätzung der Autoren. Zur Adopter-Generation, die immer sofort die neusten Gadgets ausprobieren möchte, zählen sich nur 13 Prozent unserer Landsleute. Die Mehrheit ist aufgeschlossen und wartet bei neuen Technologien erst einmal ab (32%) oder hat ein völlig neutrales Verhältnis zur Technik und entscheidet nach reiflicher Kosten-Nutzen-Analyse über die Anschaffung (50%). Die Hälfte der Deutschen stimmte außerdem der Aussage zu, dass moderne Technik »auch ihre Nachteile« habe. Andererseits gaben die meisten (66%) der Befragten an, gut mit neuen Geräten klarzukommen. Gekauft werden diese übrigens am liebsten online - drei Viertel gaben an, Einkaufen mache besonders im Internet großen Spaß (zum Vergleich: Einkaufszentrum 71% Zustimmung, Fachgeschäft 58%).

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So ticken die Deutschen im Netz

Facebook-Freunde, E-Mail-Verkehr und Datenschutz: Eine repräsentative Umfrage von YouGov zeigt, wie der Deutsche im Internet unterwegs ist.

Eine besondere Stellung bei der Technik hat das Handy inne: 88 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 54 Prozent der über 55-Jährigen besitzen heute ein Smartphone. Mehr als die Hälfte der Deutschen könnte sich ein Leben ohne überhaupt nicht mehr vorstellen. Allerdings fühlen sich auch 29 Prozent unserer Landsleute von den modernen Kommunikationsmitteln unter Druck gesetzt.

Internet in Deutschland: Neuland oder Routine?

Sie besitzen keinen Social Media Account, haben noch nie nach sich selbst gegoogelt und würden online falsche Angaben machen, um anderen zu gefallen? Dann gehören Sie zur Minderheit der Deutschen und betreten Neuland. Bekommen Sie dagegen mehr als 50 Mails am Tag, lesen auch nach Feierabend noch berufliche Mails und haben mehr als 100 Facebook-Freunde, dann dürfen Sie sich zum aktiven Teil der nationalen Internetgemeinde zählen.

Der Spruch »Was der Bauer nicht kennt, (fr)isst er nicht« ist für die Onlineaktivität vieler Deutscher gar nicht mal so unpassend. Was einmal funktioniert und das Vertrauen der Deutschen gewonnen hat, ist so schnell nicht zu verdrängen - das zeigt zum Beispiel die im weltweiten Vergleich recht deutliche Dominanz von Diensten wie Google oder Facebook. Andererseits hat das Internet das klassische Kochbuch bereits von Platz eins der Küchenhelfer verdrängt. Was der Deutsche im Netz sonst so treibt, sehen Sie in unserer Bilderstrecke (s.o.).