Mobilfunk: Geschäftsmodelle auf hartem Prüfstand

Der schärfer werdende Wettbewerb und stetig sinkende Preise zwingen die Mobilfunkbranche, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken. Dabei müssen die Anbieter zwischen "Services" und "Infrastruktur" abwägen.

Niemand glaubt mehr an die alten Portalstrategien oder dass sich mit der Finanzierung teurer Features auf dem Handy die Nutzung bestimmter Dienste schneller vorantreiben lässt", so äußert sich der Arbeitskreis "M-Commerce" beim eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft. Gewinner ist der Kunde: Immerhin 60 Prozent der im Rahmen einer Studie "Mobile Outlook - Teil 2" dieses Verbandes befragten Experten gehen davon aus, dass 2007 zum "Jahr des Kunden" avanciert - mit weiter sinkenden Preisen.

Positives Anzeichen für eine zunehmende Kundenorientierung ist das Angebot erster Flat-Rates im Mobilfunkbereich. Vor allem die Discounter haben den Markt in den vergangenen Monaten kräftig durcheinander gewirbelt. Seit dem Startschuss im Oktober 2005 haben rund 50 Anbieter ohne eigenes Netz den Betrieb aufgenommen. Nach Meinung von zwei Dritteln der befragten Fachleute ist allerdings damit der Scheitelpunkt erreicht.

Den arrivierten Mobilfunkbetreibern empfehlen die Experten insbesondere die Etablierung einfacher und verständlicher Preismodelle, um mehr Transparenz zu erreichen. Darüber hinaus raten sie zu einer Herabsetzung der Verbindungspreise. Daher sollten sich die Provider auf weitere Gesichtspunkte wie etwa die Einführung eigener Marken, die von 28 Prozent der befragten Fachleute empfohlen wird, konzentrieren.

Darüber hinaus könnten die Mobilfunkbetreiber aber auch mit Zusatzleistungen punkten, die über den Download von Klingeltönen hinausgehen. Im Festnetzsegment haben sich ähnliche Modelle zwar nicht durchgesetzt, räumt der eco-Verband ein. Weil der Kunde im mobilen Bereich aber eine größere Bereitschaft zur direkten Interaktion zeige, sei die Chance für erfolgreiche Marktdurchdringung hier aber nicht schlecht.