Mobilfunk der Zukunft zum ersten Mal öffentlich präsentiert

Im Rahmen der International Conference on Communications (IEEE ICC) 2009 in Dresden wurde u.a. auch die Mobilfunk-Technologie der näheren Zukunft erstmals öffentlich im Echtzeit-Betrieb vorgeführt.

Im Forschungsprojekt »EASY-C« (Enablers for Ambient Services and sYstems - Part C: Wide Area Coverage) arbeiten Forscher schon seit zwei Jahren an Technologien für den zukünftigen Mobilfunkstandard »LTE Advanced«.

EASY-C ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziertes Forschungsprojekt, das gemeinsam von der Deutschen Telekom und Vodafone geleitet wird und von Prof. Dr.-Ing. Gerhard Fettweis vom Vodafone Stiftungslehrstuhl »Mobile Nachrichtensysteme« der technischen Universität Dresden sowie dem Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Herz Institut (HHI), koordiniert wird.

Das Ziel der Forschungsaktivitäten ist das Vorantreiben von Schlüsseltechnologien für die nächste Generation von Mobilfunknetzen, um die Entwicklung von neuen Applikationen wie z.B. Videostreaming und Lokalisierungsdiensten zu unterstützen. Zum Einsatz sollen dabei Mehrantennen-Systeme mit abgestimmten Steuerungs- und Kanalzuweisungs-Algorithmen sowie mit zellübergreifenden Kooperationstechniken kommen.

Genau dies wurde nun am Beispiel einer Versuchsinstallation in Dresden unter Verwendung bestehender Mobilfunkstandorte gezeigt. Untersucht wurden u.a. die kooperative Kommunikation – unter Experten derzeit heiß umstritten –, aber auch alternative Vermittlungstechniken, bei denen zusätzliche »Relais« mit geringen Kosten und niedrigem Energieverbrauch zum Einsatz kommen, um so die Netzabdeckung und die spektrale Effizienz von Mobilfunksystemen zu verbessern.

Erwarten kann der Handy-Nutzer letztlich von der neuen Mobilfunkgeneration rund 100 Mbit/s Übertragungsrate im mobilen Einsatz und 1000 Mbit/s stationär. Durch Frequenzbündelung und Kopplung der Funksignalauswertung über mehrere Basisstationen hinweg werden u.a. diese Datenraten erreicht. Dabei geht es um Frequenzbänder von bis zu 100 MHz an einem Stück. Zum Vergleich: Bei LTE sind es 20 MHz und bei UMTS gerade 5 MHz zusammenhängend.